Leben lernen durch Sport. Mentale Stärke für die nächste Generation

Es gibt nicht wenige Eltern, Übungsleiter und Trainer, aber auch Sportler selbst, die mit Fug und Recht behaupten, dass nicht wenige ihrer Persönlichkeitseigenschaften maßgeblich durch den Sport beeinflusst bzw. ausgeprägt wurden. Sport, Training und Wettkampf als "hocheffizientes Lebenstraining" ist auch das Thema des vorliegenden Buches von Martin Volgger. Durch die zu beobachtende Stellvertreterfunktion sportlicher Tätigkeiten gegenüber dem Leben, den auftretenden Problemen, Herausforderungen und Chancen und deren Bewältigung bietet er eine Vielzahl sehr interessanter Einblicke in innerpsychische Abläufe bei den Sportlern, aber sicherlich auch Übungsleitern und Trainern. Dabei spielen Emotionen, Erwartungsängste, Jubelstimmungen, Enttäuschung und Aggression genauso ihre Rolle wie Stressmanagement und die Ausprägung der mentalen Stärke. Wenn es Trainern, Übungsleitern oder auch Sportlehrern gelingt, diese Prozesse und Äußerungen richtig zu verstehen, veranwortungsbewusst mit ihnen umzugehen und so die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen mit zu beeinflussen, kann der Sport einen sehr wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit und der sozialen Kompetenz von Sportlerinnen und Sportlern leisten. Das Buch von Martin Volgger bietet ein Modell dafür an, wie auf dem Fundament einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Sportler und Trainer gezielt erzieherisch und psychologisch Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung genommen werden kann. Dazu gehört, dass dem Sportler Selbsterfahrungen ermöglicht werden, dass dem Sportler regelmäßig und verlässlich Feedback gegeben wird oder dass Regeln für die Zusammenarbeit hinsichtlich Toleranz, Hilfsbereitschaft, Verantwortung, Selbstständigkeit oder Kommunikation definiert und gelebt werden. Dazu gehört aber auch, dass ein kompetenter Trainer seinen Schützlingen Methoden der Selbststeuerung (wie Visualisierung, Selbstinstruktion oder mentales Training) vermittelt. Durch das Buch zieht sich dabei die zentrale Position und Verantwortung des Trainers, als Erzieher, in diesem Prozess, die von ihm ein hohes Maß an Wissen, Fach- und Sozialkompetenz fordern, wie er auch den Sportlern als Wissender, Zuhörer und Feedbackgeber gegenübertritt. Im Kapitel der sieben Todsünden eines Trainers spiegelt sich dann auch noch einmal das hohe Maß an Verantwortung und Vorbildwirkung wieder, das ein Trainer im Kinder- und Jugendbereich besitzt, da er Werte und Haltungen vermittelt, die nachhaltig über sehr lange Zeiträume, manchmal ein ganzes Leben lang wirken.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften Nachwuchssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Wien Egon Theiner Verlag 2007
Ausgabe:Wien: egoth Verl. GmbH, 2007. - 141 S.
Seiten:141
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel