Handbuch zur Trendforschung im Sport. Welchen Sport treiben wir morgen?
Das Buch beginnt der Autor mit der programmatischen Frage "Was machen wir morgen?" und man möchte eigentlich gleich hinzufügen "im Sport". Der aufmerksame Beobachter der nationalen wie internationalen Sportentwicklung weiss, dass der Bereich des Sports in den zurück liegenden Jahren Veränderungen durchgemacht hat, die nur schwer vorhersagbar waren. Und ein Ende ist nicht in Sicht, eher werden sich die Veränderungsprozesse weiter beschleunigen und weitere Teilbereiche erfassen. Die Bereitschaft, Traditionelles in Frage zu stellen und durch Neues zu ersetzen ist inzwischen sehr hoch. Da kommt das Buch von Christian Wopp gerade zur rechten Zeit, liefert es doch auf der Grundlage von Erkenntnissen der allgemeinen Trendforschung ein sehr umfassehndes Bild vom aktuellen Entwicklungsstand des Sports. Entscheidende Entwicklungsfragen danach, wer zukünftig warum Sport treiben will, in welchen Organisationsformen und Sportarten das passieren wird und zu welchen Zeitpunkten am Tag wie auch im Altersgang insgesamt Sport auf der Tagesordnung stehen wird, wie sich der Sport in der medialen Welt und gegen die Informationsflut behaupten wird, stellt das Buch in den Mittelpunkt der Betrachtung. Die Behandlung der Einzelfragen erfolgt auf der Grundlage einer definitorischen Klärung aller wichtigen Begriffe und Prozesse, zu denen die gegenwärtig erkennbaren Trends vorgestellt und diskutiert werden. Ch. Wolpp unterscheidet zwischen insgesamt elf Bereichen zukünftiger sportlicher Entwicklung, in denen Megatrends, die wiederum mit so genannten Trends und aktuellen Trends auf der Mikro-, Meso- und Makroebene untersetzt sind, zu erkennen sind:
1. Entwicklungen bei den Handlungen, Sportformen und Sportarten (z. B. die Bedeutungszunahme der Themenfelder Gesundheit und Ausdauer und das weitere Anwachsen der Zahl der sportlich regelmäßig Aktiven)
2. Entwicklungen aus der Geschlechterperspektive (z. B. der Bedeutungszuwachs frauendominierter Sportformen bei gleichzeitgien Verlusten bei männerdominierten Sportformen, aber auch die Umwandlung von Männersportarten in Fitnessformen und die Feminiseirung von bisherigen Männersporarten)
3. Entwicklungen hinsichtlich des menschlichen Körpers (z. B. das Eindringen in den menschlichen Körper mittels moderner Technologie oder die Veränderung der Rezeption der Körperformen und Möglichkeiten ihrer Beeinflussung)
4. Entwicklungen bei den Handlungszielen (wie die Veränderung des Werteverständnisses im Zusammenhang mit dem Sport und daraus abgeleitet neue Motive für sportliche Aktivitäten wie Wellness, Expressivität oder Gemeinschaft)
5. Entwicklungen bei den Handlungsstrategien (d. h. zum Beispiel, dass basierend auf einer sprunghaften Zunahme an Möglichkeiten, nicht nur eine Auswahl getroffen werden kann, sie muss sogar erfolgen, wobei eine schnelles, flexibles Reagieren in den Mittelpunkt gerückt wird)
6. Entwicklungen bei den Sozialbezügen ((mit dem dominierenden Trend der Individualisierung oder der Zunahme der sozialen Handlungsfähigkeit durch Teilnahme am Sport oder die Förderung von direkten Sozialkontakten durch freizeitsportliche Aktivitäten)
7. Entwicklungen bei den Organisationsformen (z. B. die Zunahme selbstorganisierten Sporttreibens, der Bedeutungszuwachs von sportlichen Veranstaltungen hin zum multithematischen, Erlebnis orientierten Event
8. Entwicklungen beim Material (mit den Trends der Technologisierung des Sports und zu einer dynamischen Produktdifferenzierung nach Leistungsniveau, Umweltbedingungen oder Produktqualität)
9. Entwicklungen bei den ökonomischen Bedingungen (z. B. durch das Absinken der individuell zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel bei gleichzeitiger Zunahme der durch den Einzelnen zu erbringen finanziellen Aufwendungen in verschiedenen Lebensbereichen, außerdem wird sich der Staat weiter aus dem Sport zurückziehen)
10. Entwicklungen bei den räumlichen Bedingungen (darunter auch de Lokalismus als die Aufwertung der unmittelbaren Wohnumgebung)
11. Entwicklungen beim Einflussfaktor Zeit (u. a. durch eine immer stärker empfundene Zeitnot zur Erfüllung persönlicher Wünsche oder durch die statistsiche Verlängerung der Lebenserwartung).
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Freizeitsport Sozial- und Geisteswissenschaften Theorie und gesellschaftliche Grundlagen |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Aachen
Meyer & Meyer
2006
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| Ausgabe: | Aachen: Meyer & Meyer, 2006.- 554 S. |
| Online-Zugang: | https://www.amazon.de/s?k=Handbuch%20zur%20Trendforschung%20im%20Sport.%20Welchen%20Sport%20treiben%20wir%20morgen? |
| Seiten: | 554 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |