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Verbalisierung kinästhetischer Repräsentationen im Rahmen von Lern- und Trainingsprozessen im Sport

Sportliches Training in allen Alters- und Leistungsklassen ist stets mit verbaler Kommunikation zwischen Trainer und Sportler und/oder zwischen Sportlern verbunden. Das Erlernen und Vervollkommnen von Bewegungshandlungen wird durch verbale Instruktionen begleitet und unterstützt, wobei von grundlegender Bedeutung ist, dass die Kommunikationspartner gleiche Begriffe mit der gleichen Bedeutung versehen. Ist das nicht der Fall, und es kommt zu inhaltlich bedeutsamen Abweichungen im Begriffsverständnis, kann die Behinderung des motorischen Lernprozesses die Konsequenz sein. Interessanterweise liegen zu diesem Thema nur sehr wenige Arbeiten für den Bereich des Sports, für das Bewegungslernen vor, obwohl die Verbalisierung von Bewegungsaufgaben zum Alltagsgeschäft des Trainings und des Trainers gehören. Es gibt aber nur wenig gesicherte Erkenntnisse, welche sprachlichen Zeichen wie von Sportlern in Bewegung umgesetzt werden oder ob ein Sportler genaue Vorstellungen davon hat, wie er eine verbale Instruktion des Trainers in eine Bewegung umsetzen soll. Es gibt in der Motorikforschung ein Grundverständnis, dass es interne Repräsentationen gibt, die im motorischen Lernen eine wichtige Funktion einnehmen. Diese Positionen werden genutzt und um kommunikationswissenschaftliche Aspekte erweitert, die dann auf motorische Probleme angewendet werden. Hier findet auch die vorliegende Arbeit ihren Arbeitsansatz. Am Beispiel des Techniktrainings diskutiert die Autorin den sporttypischen Zusammenhang von Sprache und Bewegung und ordnet ihn in unterschiedliche Konzepte (z. B. Motorik-Superzeichen, Modelllernen, Primärbegriffe) mit dem Ziel ein, Wege zur Optimierung von Kommunikationsvorgängen aufzuzeigen. Darauf aufbauend widmet sich das folgende Kapitel speziellen Problemen der Kinästhesie und der kinästhetischen Repräsentationen, da Fragen des Bewegungsgefühls und der Bewegungsvorstellung im sportlichen Training eine zentrale Rolle spielen. In der Folge wird an Hand praktischer Studien mit TrainerInnen und Turnerinnen untersucht, wie verbale Bewegungsanweisungen begrifflich strukturiert werden. Die Umsetzung interner Repräsentationen in Sprache soll hier Rückschlüsse auf Begriffskonzepte liefern und auf mögliche Differenzen in der Verbalisierung hinweisen. Im zweiten Teil der Studie geht es darum zu ermitteln, wie man aus der Verbalisierung interner Repräsentationen von Begriffen Rückschlüsse auf Begriffskonzepte ziehen kann. Diese Untersuchung wurde auch bewusst in einem turnerischen Bewegungsumfeld durchgeführt, um einen sportartspezifischen Kontext zu schaffen. Auch hier gilt das Hauptaugenmerk eventuellen Verbalisierungsunterschieden zwischen der Gruppe der TrainerInnen und der Gruppe der Turnerinnen. Die Ergebnisse zeigen, dass das gewählte Untersuchungsdesign geeignet scheint, um den Problemen der kinästhetischen Repräsentation näher zu kommen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Sozial- und Geisteswissenschaften
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Berlin dissertation.de 2005
Ausgabe:Berlin: dissertation.de - Verlag im Internet, 2005.- 215 S.
Seiten:215
Dokumentenarten:Dissertation
Level:hoch