Moderne Betrachtungsweisen des Laktats: Laktat ein überschätztes und zugleich unterschätztes Molekül

Laktat diente und dient noch heute als diagnostischer Parameter der Ausdauerleistungsfähigkeit. Seit seiner ersten Entdeckung Anfang des 19. Jahrhunderts beschäftigt dieser Parameter Physiologen, Biochemiker, Diagnostiker und Trainer. Damals wurde Milchsäure als Stoffwechselendprodukt, als Hauptfaktor der muskulären Ermüdung und als Schlüsselfaktor von Azidose-bedingten Gewebsschäden (Zerstörung von Mitochondrien) gesehen. Die Akkumulation von Milchsäure im Blut während körperlicher Belastung wurde auf eine unzureichende Sauerstoffversorgung der aktiven Muskulatur (Umschaltung auf anaerob-laktaziden Stoffwechsel) zurückgeführt. Diese Ansichten haben sich in den letzten Jahren, u.a. aufgrund besserer Untersuchungsmethoden, grundlegend verändert. Laktat- wird heute als wichtiger Stoffwechselmetabolitgesehen, der zwischen unterschiedlichen Zellen, Geweben und Organen mittels Transportproteinen hin und her transportiert und dort der oxidativen Energiebereitstellung zugeführt wird. Laktathat steuernde und regulierende Funktion bei Anpassungsprozessen und agiert als «Pseudo-Hormon» («Lactormon»). Auch sein Beitrag zur muskulären Ermüdung wird stark hinterfragt. Der folgende Artikel stellt den aktuellen Stand der Forschung und die neuen Sichtweisen über Laktat- vor.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Schweizerische Zeitschrift für Sportmedizin und Sporttraumatologie
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2009
Jahrgang:57
Heft:3
Seiten:100-107
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch