Youth resistance training: The past, the present, and the future

(Krafttraining mit Heranwachsenden: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft)

Abstract: Based on anecdotal and preliminary evidence, the perception of youth resistance training (RT) was critical in the past. Accordingly, this opinion editorial aims to summarize information on youth RT by taking past and present research findings into account to deduce future research avenues. In the 1970s, two often reported misconceptions with youth RT were premature epiphyseal closure due to repetitive loading and ineffectiveness of RT in pre-pubertals because of a lack of circulating testosterone. Today, it is well-established that youth RT has manifold health (e.g., body composition, injury prevention) and fitness (muscle strength and power, endurance, speed) benefits. Physiological adaptations responsible for RT-induced strength gains comprise primarily neural factors in the pre-pubertal child and neural as well as morphological factors in adolescents. The number of scientific studies and thus the evidence on positive RT effects has grown exponentially over the past years. An important future task of pediatric strength and conditioning specialists will be the translation and dissemination of research findings into sports practice (schools, sport clubs). Schools could be a suitable setting for the widespread implementation of youth RT. Efforts should be undertaken to equip schools and public gyms with RT material and to include RT contents into school curricula. Zusammenfassung: Anekdotische und präliminäre Evidenz haben dazu geführt, dass Krafttraining (KT) mit Heranwachsenden in der Vergangenheit kritisch eingeordnet wurde. Das Ziel dieses ­«Opinion Editorials» ist es daher, die fachwissenschaftliche Literatur zum Thema KT mit Heranwachsenden zusammenzufassen und dabei die ersten Studien aus den 1950ern sowie aktuelle Forschungsarbeiten zu berücksichtigen, um Ableitungen für zukünftige Herausforderungen im Kontext der kindlichen Bewegungsförderung zu treffen. In den 1970er-Jahren herrschten insbesondere zwei Fehlinterpretationen zum Thema KT mit Kindern und Jugendlichen vor. Erstens, das regelmässige Heben von Lasten führt zu einem frühzeitigen Verschluss der Epiphysenfugen und zweitens, KT im präpuberalen Alter ist ineffektiv aufgrund eines Mangels an zirkulierenden androgenen Hormonen. Heute ist sehr gut belegt, dass KT vielfältige Anpassungsprozesse in Bezug auf die Gesundheit (Körperzusammensetzung, Verletzungsprävention) und die körperliche Fitness (Kraft, Schnelligkeit) von Kindern auslöst. Im präpuberalen Alter sind v.a. neuronale Anpassungsprozesse für die Kraftzuwächse verantwortlich, im puberalen und postpuberalen Alter sind es neuronale sowie morphologische Anpassungen. Die Anzahl der fachwissenschaftlichen Publikationen zum KT mit Heranwachsenden erfuhr ein exponentielles Wachstum während der letzten Jahre. Vor diesem Hintergrund ist es in Zukunft viel weniger ein Erkenntnisproblem als vielmehr ein Umsetzungsproblem, mit dem sich Wissenschaftler und Sportpraktiker konfrontiert sehen. Schulen sind besonders geeignet, um KT mit Heranwachsenden umzusetzen, da dort Kinder unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status erreicht werden können. Schule und Vereine sollten mit einfachen und kostengünstigen Krafttrainingsmitteln ausgestattet werden. Die Integration von Krafttrainingsinhalten in die Schulcurricula ist erforderlich.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Nachwuchssport Trainingswissenschaft
Veröffentlicht in:sems-journal
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 2023
Online-Zugang:https://sems-journal.ch/13126
Jahrgang:71
Heft:3
Seiten:13-16
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel