Kraftasymmetrie der Beinstrecker: Neuronale oder muskuläre Ursachen?

Aus Kohortenstudien geht hervor, dass ein gestörtes Seitenverhältnis der Beinkraftfähigkeit einen internen Risikofaktor für Belastungsschäden der unteren Extremität im Leistungssport darstellt (Bonci, 1999; Croisier, 2004; Freckleton & Pizzari, 2012; Knapik et al., 1991). Eine solche bilaterale Kraftasymmetrie kann das Ergebnis zahlreicher Faktoren sein, die miteinander in Wechselwirkung stehen. Dazu zählen die spezifische Belastungsstruktur einer bestimmten Sportart (Zvijac et al., 2014), die Dominanz einer Körperseite (Jones & Bampouras, 2010) sowie insbesondere Vorverletzungen (Schiltz et al., 2009). Die zugrundeliegenden neuronalen und muskulären Ursachen sind bislang nicht erforscht. Damit steht die Theoriebildung bezüglich der präventiven Wirksamkeit einer bestimmten Intervention gänzlich aus. Die vorliegende Studie zielt darauf ab, diesen Missstand zu beheben, indem der Einfluss des Muskelvolumens sowie der willkürlichen Aktivierungsfähigkeit auf die Kraftasymmetrie am Beispiel des M. quadriceps femoris analysiert wird. Auf Grundlage der vorliegenden Ergebnisse wird vermutet, dass ein intensives unilaterales Krafttraining, dass zur Zunahme der Muskelmasse führt, am besten dazu geeignet ist, Kraftasymmetrien der unteren Extremität und somit das Verletzungsrisiko im Spitzensport zu reduzieren. Der hier verwendete statistische Ansatz erlaubt leider keine konkreten Aussagen über die Ursache-Wirkungs-Beziehungen der analysierten Größen. Weiterführende Studien sollten diesem Aspekt unbedingt Rechnung tragen, indem sie die Effekte eines unilateralen Hypertrophietrainings auf die Kraftasymmetrien längsschnittlich untersuchen. (vom Autor übern. gek.)
© Copyright 2018 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2016/17. Veröffentlicht von Sportverlag Strauß. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Tagging:isokinetisch
Veröffentlicht in:BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2016/17
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hellenthal Sportverlag Strauß 2018
Online-Zugang:http://my.page2flip.de/2895682/14185088/14185117/html5.html#/131
Seiten:129-137
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch