Untersuchung des Einflusses standardisierter Kohlenhydratgabe zur Glykogenresynthese auf die Leistungsfähigkeit während simulierter Doppelstarts bzw. zwei Wettkampfbelastungen innerhalb von 24 Stunden

Während Ausdauerbelastungen und intermittierenden Belastungen stellt die Verfügbarkeit von Kohlenhydraten (KH) in Form muskulärer Glykogenspeicher eine leistungsbeeinflussende Komponente dar. Gut belegt ist, dass eine Glykogenverarmung der Muskulatur wesentlich zu vorzeitiger Ermüdung und nachlassender Leistungsfähigkeit während sportlicher Belastung beitragen kann. In verschiedenen Sportarten finden Doppelbelastungen innerhalb von 24 Stunden bzw. intensive Belastungen innerhalb weniger Tage statt. Das Wiederauffüllen der Glykogenspeicher stellt hierbei die determinierende Komponente hinsichtlich der Erholungszeit dar. Die Zufuhr von Kohlenhydraten nach intensiven Belastungen (Ausdauerbelastungen, intermittierende Belastungen) ist dabei entscheidend für die Regeneration der muskulären Glykogenspeicher. Zu beachten ist, dass die Glykogenresynthese biphasisch verläuft. Die ersten zwei Nachbelastungsstunden stellen sich als "window of opportunity" dar, in denen durch rasche Kohlenhydratgabe die Regeneration des Muskelglykogens effizient gestaltet werden kann. Die Leistungsfähigkeit im 5000 m Timetrial nach einer glykogenverarmenden Belastung am Vortag wurde nicht durch eine sofortige Kohlenhydratgabe beeinflusst. Obwohl ein Kohlenhydratverzehr sofort nach Belastungsende die Glykogenresynthese schneller und effektiver gestaltet als eine verzögerte Kohlenhydrateinnahme, resultierte dies nicht in Veränderungen der Laufzeiten, des Belastungsempfindens, der Herzfrequenz oder der Laktatakkumulation im 5000 m Timetrial. Möglicherweise genügt bei einer Pausenzeit von 24 Stunden zwischen den Belastungen auch eine verzögerte Kohlenhydrateinnahme, um die Glykogenspeicher adäquat zu regenerieren. Unterschiede zwischen Läufern und Testpersonen aus Ballsport-, Zweikampf- und Kraftsportarten hinsichtlich eines möglichen Effektes sofortiger Kohlenhydratgabe nach einer Lauf- bzw. exzentrischen Belastung konnten nicht beobachtet werden. Limitierend ist die hohe Drop-out Rate und somit die relativ geringe Probandenzahl von N = 15 (Läufer) bzw. N = 8 (Ballsport-, Zweikampf- und Kraftsportarten) zu betrachten. Zudem ist möglicherweise der Umfang der gewählten Timetrial-Belastung (5000 m) zu gering, um eventuelle Effekte einer sofortigen Kohlenhydratgabe erfassen zu können. Zusammenfassend kann geschlussfolgert werden, dass sich eine sofortige Kohlenhydrat-Zufuhr von 1,5 g/kg/h in den ersten 3 Nachbelastungsstunden nach einer glykogenverarmenden Dauerbelastung nicht auf die 5000 m Laufzeit am Folgetag auswirkt. Demnach ist zumindest bei kürzeren Ausdauerbelastungen die Rationale der Empfehlung für eine sofortige Kohlenhydrateinnahme zu hinterfragen.
© Copyright 2013 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2012/13. Veröffentlicht von Bundesinstitut für Sportwissenschaft. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2012/13
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bonn Bundesinstitut für Sportwissenschaft 2013
Online-Zugang:http://www.bisp.de/SharedDocs/Downloads/Publikationen/Jahrbuch/Jb_201213_Artikel/Mayer_11_15.pdf?__blob=publicationFile&v=1
Seiten:11-15
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch