Neuronal adaptations to strength training

(Neuronale Adaptationen durch Krafttraining)

Veränderungen der neuralen Funktion durch Krafttraining (KT) werden vorwiegend unter Verwendung der Elektromyographie (EMG) unter Einbeziehung der Messung evozierter spinaler Potentiale (H-Reflex, V-Welle) analysiert. Als Ausdruck einer KT-induzierten, erhöhten efferenten Erregung der Muskelfaser konnte eine Zunahme der EMG-Amplituden nachgewiesen werden. Zudem wurde eine parallele Zunahme des maximalen Kraftanstiegs (Rate of force development, RFD), von EMG-Amplituden und der Anstiegsrate der EMGs in den ersten 200 ms nach KT beobachtet. Die spezifischen neuralen Adaptationsmechanismen des Anstiegs der RFD umfassen dabei sowohl eine erhöhte Frequenz der Potentiale als auch ein vermehrtes Auftreten von Doublets. Während willkürlicher maximaler exzentrischer Kontraktion zeigt sich eine Reduktion der EMG-Aktivität im Sinne eines neuralen Regulationsmechanismus zur Limitierung von Rekrutierung und Frequenzierung der motorischen Einheiten. Diese Suppression ist nach Krafttraining vermindert, wobei die spezifischen neuronalen Mechanismen hierfür bislang nicht abschließend geklärt sind. Möglicherweise führt ein trainingsinduzierter exzentrischer Kraftanstieg zu einer, durch Ib-Afferenzen des Golgi Sehneorgans vermittelten Aktivitätsreduktion spinaler, inhibitorischer Interneurone. Zudem könnte eine Reduktion präsynaptischer, inhibitorischer Ia-Afferenzen der Muskelspindel zu einem höheren Aktivierungsniveau des spinalen Motoneuronenpools führen. Krafttraining resultiert in einer erhöhten V-Welle und H-Reflex-Amplituden, was als Ausdruck einer erhöhten Aktivität absteigender corticospinaler Bahnen, einer erhöhten Erregbarkeit und/oder einer Reduktion präsynaptischer Hemmungen von Ia-Afferenzen interpretiert wird. Im Gegensatz dazu bleibt die maximale M-Welle nach Krafttraining nahezu unverändert. Da sich die H-Reflex-Antwort in Ruhe nicht verändert, müssen trainingsinduzierte Änderungen evozierter spinaler Potentiale während der Muskelkontraktion und nicht in Ruhe untersucht werden.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft
Veröffentlicht in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2007
Online-Zugang:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2007/heft02/50-53.pdf
Jahrgang:58
Heft:2
Seiten:50-53
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch