Klettertraining bei Jugendlichen: Erfolge für die wirbelsäulenstabilisierende Muskulatur
Kletteranlagen und Boulder-Wände etablieren sich zunehmend im Rahmen der Sporttherapie für Wirbelsäulenpatienten und im Rahmen psychischer Erkrankungen. Präventive Effekte auf den Kraftzuwachs der wirbelsäulenbegleitenden Muskulatur wurden bisher wenig untersucht. Zur Prüfung dieser Frage fanden sich 17 Jugendliche und 9 Kontrollpersonen für einen 10-wöchigen 2-mal pro Woche durchgeführten Kletterkurs. Vor und nach dem Training wurden die isometrische Muskelkraft der zervikalen Extensoren und Lateralflexoren sowie der BWS/LWS-Extensoren, Flexoren, Rotatoren und Lateralflexoren und die Mobilität der BWS/LWS in zwei Ebenen gemessen. Das Kraftverhältnis zwischen Flexoren und Extensoren sowie rechten und linken Rotatoren und Lateralflexoren wurde errechnet. Ein Kraftzuwachs fand sich bis auf die BWS/LWS-Extensoren und die linken Lateralflexoren für alle gemessenen Muskelgruppen, bei der Kontrollgruppe aber nur bei der BWS/LWS-Flexion und der linken Lateralflexion. Der Kraftzuwachs war bei der Klettergruppe ausgeprägter. Das Verhältnis der Maximalkraft der Rotatoren rechts gegenüber links konnte nur in der Klettergruppe verbessert werden. Somit zeigt ein Kurs im Sportklettern bei Jugendlichen nicht nur einen Kraftzuwachs der wirbelsäulenbegleitenden Muskulatur, sondern auch eine Verbesserung der muskulären Balance. Vermehrte Integration von Klettern im Schulsport sollte zur Prävention von Rückenschmerzen gefördert werden.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | Sportverletzung Sportschaden |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Stuttgart
2005
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| Online-Zugang: | https://doi.org/10.1055/S-2005-857953 |
| Jahrgang: | 19 |
| Heft: | 1 |
| Seiten: | 28-32 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |


