Zur Wirkung des Dehnungstrainings als Verletzungsprophylaxe
Die Metaanalysen und Übersichtsarbeiten zu diesem Thema kommen zu dem Schluss, dass die gesichteten empirischen Untersuchungen widersprüchliche Ergebnisse liefern und dass man dem Dehnungstraining keine bzw. nur eine geringe Wirkung bei der Verletzungsprophylaxe beimessen kann. Die eigene Bewertung dieser Primärstudien zeigt, dass bei der Beurteilung dieser Frage ausschlaggebend ist, welche Aussagefähigkeit man den einzelnen empirischen Untersuchungen zubilligt. Ein entscheidender Filter ist, von welchen Verletzungen man glaubt, dass diese durch Dehnungstraining vermieden werden können. Hält man dies vor allem für akute Sehnenverletzungen und für Muskelzerrungen und -faserrisse für möglich und weniger für andere akute Muskelverletzungen (Muskelprellungen) und weniger für akute Verletzungen und Überlastungsschäden anderer Strukturen (Bänder, Schleimbeutel, Gelenke, Knochen), verliert eine ganze Reihe von Untersuchungen ihre Bedeutung, da in diesen die verschiedenen Verletzungsarten undifferenziert erhoben und/oder ausgewertet wurden. Somit ist es zu früh zu resümieren, Dehnen habe keine Bedeutung bei der Vorbeugung von Verletzungen, es sei denn, man betont bei dieser Aussage ausdrücklich, dass mit Verletzungen alle Verletzungen aller Strukturen gemeint sind und nicht ausschließlich Muskelzerrungen. Zwei neuere Untersuchungen lassen eher den Schluss zu, dass Zerrungen durch Dehnungstraining reduziert werden können.
© Copyright 2006 Sportwissenschaft. Springer. Veröffentlicht von Hofmann Verlag. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft |
| Veröffentlicht in: | Sportwissenschaft |
| Sprache: | Deutsch Englisch |
| Veröffentlicht: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2006
|
| Jahrgang: | 36 |
| Heft: | 1 |
| Seiten: | 23-38 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |


