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Injury prevention in strength training: Overuse injuries

(Verletzungsprävention im Krafttraining: Überlastungs-Verletzungen)

Verf. widmet sich dem Thema charakteristischer Verletzungen infolge Überlastung bei Sportlern aus Kraft-/ Schnellkraftsportarten. Besonders gefährdet und daher hier betrachtet sind Wirbelsäule, Knie, Schulter, Ellbogen, Handgelenk/Hand. Breiten Raum nimmt die Darlegung von Möglichkeiten der Verletzungsprävention ein. Schlüsselpunkte sind dabei: - Erlernen, Umsetzen und Kontrolle einer korrekten Technik Bei der Prävention von Überlastungsverletzungen im Kraft- und - Schnellkrafttraining ist die korrekte Technik am wichtigsten. Auch kleine technische Fahler, die kontinuierlich wiederholt werden, können Überlastungsverletzungen des Muskel-Skelett-Systems verursachen. Im Gewichtheben und Powerlifting ist die optimalste Hebetechnik gewöhnlich auch die am meisten vor Vorletzungen schützende. Deshalb sollen die Sportler viel Zeit für das technische Training aufbringen. Diese Trainingseinheiten sind auch immer durch den Trainer zu kontrollieren. Auch eine allgemeine Kontrolle der sportlichen Sicherheit auf Verbandsebene ist wichtig (Abschaffun der Presstechnik im Gewichtheben). - Sorgfältige Vorbereitung der Muskeln vor dem speziellen Training Die Sorgfältige und ausgeglichende Entwicklung aller Muskeln des Körpers kann für die Verletzungsprävention wichtig sein. Im Gewichtheben ist die stufenweise Entwicklung des erector spinae und der Bauchmuskeln vor Beginn eines intensiven Gewichthebeprogramms ein Weg, spätere Wirbelsäulenprobleme zu verhindern. Das betrifft insbesondere Heber im Wachstum. Ein Ledergürtel um die Hüfte bringt eine extra Stabilisierung für die LWS, wie es Handgelenks- und Kniebandagen für diese Gelenke tun. - Langsame Belastungssteigerung Langsame Belastungssteigerung bei der Prävention von Verletzungen bedeutet, dem Muskel-Skelett-System zu ermöglichen, sich stufenweise an die erhöhte Belastung anzupassen. Es wird eingeschätzt, daß mindestens 50% aller Überlastungsverletzungen durch Trainingsfehler bedingt sind und der Großteil dieser Fehler durch Nichtbefolgen des Prinzips der langsamen Steigerung auftritt. Die Muskel-Skelett-Anpassung an Belastung ist ein langsamer, aber letzlich effektiver Prozeß. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich daran zu erinnern, daß die Muskelanpassung viel schneller ist als die der Sehnen, Bänder, Knorpel und Knochen. - Variation bezüglich Art, Häufigkeit und Intensität des (Kraft-)Trainings Das Prinzip der Variation von Übungen, angewandten Geräten, Trainingshäufigkeiten und -intensitäten kann sehr wichtig bei der Verhütung der pathologischen Summation von Höchstbelastungen und Überlastungsssymtomen auf die anfälligen Körperregionen. Durch Variation dieser Parameter kann eine viel größere Gesamtarbeit mit weniger Risioko für Verletzungen ausgeführt werden. Trainingsvariation kann auch psychologisch erholend und erfrischend sein. - Ausreichende Erwärmung, entsprechendes Cool-Down Erwärmungsübungen bereiten den Körper für die nachfolgende Sportaktivität vor. Sie haben zwei Funktionen: Verletzungsprävention und Leistungssteigerung. Im ruhenden Körper ist die Durchblutung zu den gestreiften Skelettmuskeln relativ langsam. Wenn die Aktivität beginnt, erhöht sich die Durchblutung zu diesen Muskeln indem sich die Gefäße öffnen. Ein Muskel kann Maximaleleistung nur erreichen, wenn alle Blutgefäße funktionieren und maximal geöffnet sind. Bezüglich der Verletzungsprävention durch Erwärmungsübungen sind die häufigsten und wichtigsten zu verhindernden Verletzungen nicht nur Muskelzerrungen sondern auch Sehnen-, Bänder- und andere Weichgewebeverletzungen. Physische Arbeit erhöht die Energieleistung und Temperatur des Muskels, und dies führt zur verbesserten Gehirn-Muskel-Koordination und Kooperation mit weniger Wahrscheinlichkeit auf unkontrollierte Muskelaktivitäten und Zerrung. Nach dem Krafttraining oder Wettkampf sind Abkühlungsübungen wünschenswert. Abkühlung verbessert die Ausspülung von Abfallprodukten des Muskelstoffwechsels (z.B. Laktat) ud verkürzt somit die Wiederherstellungszeit. Es bietet sich auch die günstige Gelegenheit für Stretchingübungen, da die Muskeltemperatur noch hoch ist und Stretching sicher und leicht ausgeführt werden kann. - begleitendes Mobilitäts- und Beweglichkeitstraining Nur Krafttraining allein hat eine negative Wirkung auf die Gelenkmobilität und -flexibilität. Diesem kann durch regelmäßiges Flexibilitätstraining entgegegewirkt werden. Die Flexibilität eines einzelnen Gelenks wird primär durch die Dichte des Bindegewebes begrenzt. Die Flexibilität verringert sich mit dem Alter. Deshalb sollte Flexibilitätstraining von älterer Hebern betont werden. Die Ziele des Flexibilitätstrainings bei der Verletzungsprävention von Schnellkraftsportlern sind die Aufrechterhaltung und/oder Verbesserung der Gelenkmobilität, die Reduzierung des Risikos von Gelenkübelastung an den äußersten Gelenkwinkeln, die Erhöhung der Muskel- und Sehnenkraft, die Verbesserug der Koordination zwischen verschiedenen Teilen des Muskel-Skelett-Systems und die Adaptation des Muskel-Skelett-Systems an die spezifischen Anforderungen eines speziellen Schnellkrafttrainings.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:International Conference on Weightlifting and Strength Training. Conference Book
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1998
Ausgabe:Finland: Gummerus Printing, 1998. - S. 57 - 62: 13 Lit.
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch mittel