K-Taping. Ein Praxishandbuch

Der Einsatz von Tapes gehört seit vielen Jahren zu den Standardmethoden, die in der Physiotherapie und manuellen Therapie im Sportbereich genutzt werden. Mit den in Japan entwickelten Kinesiotapes (K-Tapes) und ihren 30-40% Dehnungsmöglichkeiten in Längsrichtung konnten die Einsatzmöglichkeiten und die therapeutischen Wirkungen nochmals spürbar erweitert und verbessert werden. Bewegungseinschränkungen, die auf Taping zurückzuführen waren, können mit den elastischen K-Tapes sehr stark reduziert, wenn nicht gar vermieden werden, da diese dem Verlauf von Muskeln und Nerven folgend eingesetzt werden. Die therapeutischen Effekte, die mit K-Tapes erzielt werden können, hängen sehr stark davon ab, wie genau und der jeweiligen Indikation entsprechend die K-Tapes aufgebracht werden. Das wiederum hat natürlich mit anatomischem und physiologischem Wissen, aber auch mit Erfahrungen in der Nutzung dieser Hilfsmittel zu tun. Ein eigenständiges Experimentieren führt nicht zum gewünschten Erfolg. Das ist aber auch angesichts des vorliegenden Buchs nicht erforderlich, da die Autorin Ihr Wissen, das sie in 12 Jahren Arbeit mit K-Tapes erworben hat, in ihrem Nachschlage- und Praxisbuch sehr detailliert präsentiert. Die von ihr mit dem Buch verfolgten Ziele beginnen mit der Kennzeichnung der unterschiedlichen K-Taping-Techniken, mit denen die Besonderheiten der elastischen Tapes gezielt genutzt werden, und der genauen Definition der Körperpositionierung des Patienten bzw. Sportler beim Aufbringen der Tapes. Vorgestellt werden vier Anlagetechniken, die zum Standardrepertoire für K-Tapes gehören: - die Muskelanlagen (für die oberen und unteren Extremitäten sowie den Rumpf) - die Ligamentanlagen (für Bänder und Sehnen sowie für Schmerz- und Triggerpunkte mit dem Spacetape) - die Korrekturanlagen (entweder als funktionelle Korrektur oder als Faszienkorrektur) sowie - die Lymphanlagen (primär für die oberen und unteren Extremitäten und den Rumpf, aber auch für die Körperregionen Gesicht, Schulter oder Knie). Insgesamt werden in diesen inhaltlichen Hauptkapiteln Behandlungsmöglichkeiten für fast 100 Muskeln (vom Trapezius über den Rectus Abdominalis bis zum Glutaeus Maximus) und Nerven (vom Radialis bis zum Trigeminus) bzw. Indikationen (von frontalem Kopfschmerz und Schleutertrauma bis zur Entstauung der Oberschenkel und der Gelenkdrainage im Knie) und Krankheitsbilder (von Tinnitus bis Asthma) vorgestellt. Ergänzend dazu werden auch K-Tape-Einsatzmöglichkeiten für neurologische Befunde vorgestellt, die sich auf ausgewählte Nerven und nerval bedingte Funktionseinschränkungen beziehen, und es werden sieben spezielle Einsatzmöglichkeiten der K-Tapes in der Gynäkologie präsentiert. Birgit Kumbrink macht dabei auch deutlich, wie Funktionsstörungen und Dysbalancen sowohl in der Therapie, aber auch in der Prävention mittels K-Tapes behandelt werden können. Sie zeigt aber ebenso, dass bei ausgewählten Indikationen eine Kombination von traditionellen und K-Tapes sinnvoll sein kann. Letztlich befasst sie sich mit der "Farbenlehre" der K-Tapes, die zwar nicht mit funktionellen Variationen der K-Tapes verbunden ist, die aber eine bestimmte psychologische Wirkung besitzen kann.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Heidelberg Springer 2011
Ausgabe:Heidelberg: Springer, 2011.- 249 S.
Seiten:249
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch