Handbuch Vibrationstraining. Schwingen Sie mit.

In der sportfachlichen Literatur der letzten Jahre ist immer wieder etwas von Whole Body Vibration (WBV), biomechanischer Stimulation (BMS), rhythmischer neuromuskulärer Stimulation (RNS) oder Hypergravity Training (HT) zu lesen gewesen. Was sich hinter diesen Bezeichnungen verbirgt, ist ein Training mit schwingenden Platten, Hanteln oder Rädern - also Vibrationstraining. Dieses wurde unter wissenschaftlichen Laborbedingungen entwickelt, und etabliert sich nunmehr schrittweise in Physiotherapiepraxen und Fitness-Studios, nicht zuletzt auch weil zunehmend mehr Vibrationsgeräte für das Training (auf sogenannten Vibrationsplatten) kommerziell angeboten werden. In Erweiterung und Ergänzung dieser Trainingsgeräte gibt es inzwischen auch "schwingende Trainingsgeräte" für spezielle Anwendungen wie Wippen, Vibrationshanteln, Geräte mit zwei unabhängig voneinander vibrierenden Platten oder ein Vibarationsrad (speziell für die Unterstützung des Ausdauertrainings). Angesichts des doch erheblichen Kaufpreises vieler der angebotenen Vibrationsgeräte, sind diese sicher auch in näherer Zukunft vor allem in den Bereichen Physiotherapie oder in kommerziellen Studios anzutreffen. Angesichts der noch kurzen "Geschichte" des Vibrationstrainings ist es ratsam, sich in die fachliche Obhut von geschulten Therapeuten und Trainern zu begeben, wenn man in sein individuelles Training eine Vibrationstrainingsform aufnehmen möchte oder wenn gar ein ganzes Trainingsprogramm damit gestaltet werden soll. Grundsätzlich folgt die Trainingsplanung mit einem Vibrationsgerät dann aber den gleichen Prinzipien wie bei einem "traditionellen" sportlichen Training, wobei eine Reihe von Besonderheiten zu beachten ist. Dies betrifft zum Beispiel einen sehr zu empfehlenden Gesundheitscheck vor Einstieg in diese Trainingsform oder die nicht gegebene Einsetzbarkeit von Vibrationstraining unter verschiedenen Indikationen (zum Beispiel wenn man einen Herzschrittmacher oder künstliche Gelenke trägt). Wenn keine Kontraindikationen vorliegen, sind in der Trainingsplanung allgemeine Prinzipien wie der Beginn mit leichter und dann schrittweise ansteigender Belastung oder der gesunden Mischung von Belastung und Erholung zu beachten. Und bevor es dann auf das Trainingsgerät geht, sollte natürlich eine Aufwärmung der Muskulatur erfolgen (hier gibt es schon passende Anregungen im Buch) und müssen Trainingsziele definiert werden, um die dafür geeigneten Übungen, Belastungsintensitäten und eine entsprechende Belastungsdauer auszuwählen. Marco Beutler bietet Übungen an, die primär einen der folgenden Themenkreise adressieren: - Armkraft - Beinkraft - Dehnung - Gleichgewicht - Massage - Rücken - Nacken - Knie - Achillessehne - Osteoporose - Beckenboden - Parkinson-Krankheit. Hier zeigen sich auch die verschiedenen Einsatzbereiche des Vibrationstrainings, die von der allgemeinen muskulären Stärkung ausgewählter Körperregionen innerhalb des Wettkampf- bis hin zum Leistungssport über die Verbesserung koordinativer Fähigkeiten und Fertigkeiten bis zur Behandlung einzelner Krankheitsbilder im Gesundheits- und Alterssport reichen. Die Auswahl zeigt, dass mit dem Vibrationstraining Themen aufgegriffen und weiterentwickelt werden können, die im Sport insgesamt von hoher Relevanz sind und die so mit einem neuen Trainingsreiz versehen werden. Damit kann das traditionelle sportliche Training abwechslungsreicher gestaltet werden und kann eine neue Motivation für das Training geschaffen werden. Bemerkenswert sind die Übungsvielfalt und die individuelle Dosierbarkeit jeder einzelnen der vorgestellten fast 50 Übungen. Für die überwiegende Mehrzahl der Übungen werden statische Aufgaben beschrieben, inklusive Variationen, die sich im Anstrengungsgrad spürbar unterscheiden. Interessant sind auch die Übungen, bei denen der Trainierende auch selbst während des Trainings in Bewegung ist und damit den Trainingseffekt nochmals verstärken kann. Die meisten der Übungen haben eine Belastungsdauer zwischen 20-60 Sekunden, im Schnitt werden 1-3 Serien empfohlen, die durch Erholungspausen von 10-60 Sekunden unterbrochen werden. Die abschließenden Trainingsempfehlungen zur Organisation des Trainings und eine FAQ-Sektion runden dieses interessante Buch zum Vibrationstraining ab.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Leipzig Draksal 2011
Ausgabe:Leipzig: Draksal, 2., vollst. überarb. Aufl., 2011.- 208 S.
Seiten:208
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel