Balance and strength performance in children, adolescents, and seniors
(Gleichgewicht und Kraft bei Kindern, Jugendlichen und Senioren)
Im menschlichen Entwicklungsgang besitzen Kraft und Gleichgewichtsfähigkeit herausragende Positionen, sind sie doch für die menschliche Fortbewegung, aber auch für eine Vielzahl weiterer Bewegungen von essenzieller Bedeutung. Dazu kommt, dass Kraft und Gleichgewichtsfähigkeit kontinuierliche entwicklungsbedingte Veränderungen durchlaufen, dass durch geeignete Interventionen gerade dieser beiden Faktoren die motorische Leistung des Menschen in unterschiedlichen Altersgruppen auch beeinflusst werden kann. Im Kindesalter geht es um die schrittweise Verbesserung dieser Leistung, da sie noch nicht entsprechend ausgeprägt ist, im Seniorenalter wiederum sollen durch gezielte Trainingsmaßnahmen Verschlechterungsprozesse verlangsamt oder gestoppt werden, um das körperliche Wohlbefinden zu erhalten, um Verletzungsrisiken (zum Beispiel durch Stürze) zu reduzieren. Um hier gezielt Einfluss nehmen zu können, ist die Entwicklung der beiden Faktoren sehr detailliert und in der Differenzierung zwischen der Situation im Kindes- und Jugendalter einerseits und der im Seniorenalter andererseits detailliert wissenschaftlich zu untersuchen. Daraus lassen sich dann Ableitungen treffen, wie gerade für Senioren Trainingsprogramme inhaltlich gestaltet werden sollten, um durch die Erhaltung von Kraftpotenzialen und der kontinuierlichen Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit ein solches Leistungsniveau erhalten bleiben kann, mit dem das Verletzungsrisiko signifikant vermindert werden kann.
Diesen Forschungsansatz hat Urs Granacher mit seiner Untersuchung verfolgt, bei der er Probanden aus allen drei Altersbereichen sowohl hinsichtlich ihres Leistungsvermögens untersuchte, für die er dann aber auch entsprechende Trainingsmaßnahmen entwickelte. Diese bestanden aus einer Mischung von Gleichgewichts-, ballistischem Kraft- und Beinkrafttraining mit hohen Lasten (mit einer Beinpresse). In Ergänzung wurden sog. Gleichgewichtsplattformen genutzt, um bewusst instabile Trainingssituationen zu schaffen, und Laufbänder wurden so gesteuert, dass plötzliche Geschwindigkeitsveränderungen zu bewältigen waren. Für die Ergebnisermittlung wurden unterschiedliche Geräte und Methoden wie Kraftmessplattformen, EMG, klinische, kognitive und motorische Interferenztests sowie Fragebogen eingesetzt.
Nicht unerwartet waren die Ergebnisse für die Probandengruppe der Senioren im Vergleich mit den jüngeren Probanden. Die Senioren verfügten über signifikant weniger Kraft, wiesen verstärkte posturale Schwankungen und Ganginstabilitäten auf. Ihnen gelang es auch weniger gut, Störungen auszugleichen.
Mit den eingesetzten Trainingsinterventionen eines kombinierten Gleichgewichts- und Krafttrainings konnten diese Defizite bei den Senioren spürbar verringert werden, das Leistungsniveau der Jugendlichen verbesserte sich ebenfalls. Bei Kindern konnten entsprechende Entwicklungen nicht festgestellt werden. Diese Aussagen betreffen sowohl die Kompensation von Störungen beim Stehen und Gehen als auch die Kraftentwicklung.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Kovac
2011
|
| Ausgabe: | Hamburg: Kovac, 2011.- 114 S. |
| Schriftenreihe: | Schriften zur Sportwissenschaft, 97 |
| Seiten: | 114 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |


