2011

Manuelle Diagnostik der Muskelkraft

Für die Ermittlung der muskulären Kraftleistung gibt es heute sowohl im Sport als auch in der Physio- und Sporttherapie modernste Geräte und Testverfahren. Aber nicht immer ist der Einsatz von Hightech zwingend erforderlich und sinnvoll, noch ist er bereits für alle Muskeln separat möglich. Dahingegen sind durch die Experten auf den Gebieten der manuellen Muskelfunktionsprüfung und darin eingeschlossen der Ermittlung von Kraftleistungen der menschlichen Muskeln in den letzten Jahren eine Vielzahl von Techniken und Methoden auf diesem Gebiet entwickelt worden. Dies ist insbesondere dafür von großer Bedeutung, wenn im Rahmen rehabilitativer Komplexbehandlungen sowohl Leistungszustände als auch Leistungsentwicklungen bewertet und dokumentiert werden sollen bzw. müssen. Die dafür entwickelten und eingesetzten physiotherapeutischen und krankengymnastischen Behandlungsmethoden basieren auf dem aktuellen Wissen zur funktionellen Anatomie des Stütz- und Bindegewebes in Verbindung mit dessen Innervation. Und genau hier hat die Autorin Katrin Gräfe auch einen ihrer entscheidenden inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt: Die Verbindung von Anatomie und nervaler Versorgung des menschlichen Muskels. Konsequenterweise beginnt das Buch auch mit den Arbeitsformen der Skelettmuskulatur und erläutert die korrekte Ausführung von Muskelfunktionstests sowie typische Fehlerquellen bzw. Durchführungsmängel. Dann folgen auf nahezu 500 Seiten Funktionstests für 17 mimische Muskeln des Kopfs, 7 Augenmuskeln, 12 Muskeln des Kau- und Schluckaktes, 31 Thoraxmuskeln, 58 Muskeln der oberen Extremitäten und 41 Muskeln der unteren Extremitäten. Vor dem eigentlichen Test eines Muskels werden die anatomischen Verhältnisse in der unmittelbaren Umgebung des betreffenden Muskels sowie die Muskeln innerhalb typischer Bewegungsabläufe vorgestellt. Hier wird der spezifische Denk- und Behandlungsansatz der Autorin verdeutlicht, der die Innervation der Muskulatur in den Mittelpunkt stellt. Jeder manuelle Muskelfunktionstest wird von ihr kompakt beschrieben und graphisch sowie fotografisch mit Ausgangsstellung und Testdurchführung illustriert. Auf einzelne Aspekte des Tests mit herausgehobener Bedeutung wird gesondert aufmerksam gemacht. Die Einteilung der verschiedenen Muskeln nach ihren Funktionen (Flexion, Extension, Rotation, Elevation, Spannung, Depression, Protaktion, Retraktion, Schwenken, Abduktion, Adduktion, Supination, Pronation etc.), die am Ende des Buchs in einer Zusammenfassung vorgenommen wird und bei der ebenso auf die Innervation verwiesen wird, führt den innervations- und funktionszentrierten Denkansatz des Buchs und Arbeitsansatz in der Umsetzung der vorgestellten manuellen Funktionstests konsequent zu Ende.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Reinbek bei Hamburg Lau 2004
Ausgabe:Reinbeck: Lau-Verlag GmbH, 2004.- 512 S.
Seiten:512
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel