Konditionelle Belastungen und sportmotorisches Techniktraining. Effekte einer Reduktion von muskelgruppenspezifischen Schnellkraftniveaus auf Aneignungs- und Lernleistungen beim Training der Tiefstarttechnik
Die Frage ob und wenn ja, in welcher Weise konditionelle Vorbelastungen und ein damit induziertes verringertes Schnellkraftniveau Einfluss auf die Aneignungs- und nachhaltigen Lernleistung beim Techniktraining des leichtathletischen Tiefstarts hat, stand im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung. In der dazu notwendigen theoretischen Annäherung an das Thema wurden vorliegende terminologische Grundlagen (z. B. sportmotorisches Lernen und Techniktraining) sowie experimentelle Befunde zum Einfluss von Ermüdung auf das motorische Lernen analysiert und kritisch diskutiert. Publikationen zum Rho-Test von Aldermann und zum Sigma-Test von Goldwin & Schmidt spielten dabei eine herausragende Rolle, da hier, wie im eigenen Textdesign, Fragen der Ausprägung der Schnellkraftfähigkeit und der dem Test vorgelagerten Belastung leistungsrelevanter Muskelgruppen thematisiert sind. Ebenso erschien es notwendig, motorische Lerntheorien und gängige Ermüdungskonzepte zu erfassen. Hier wiederum war es insbesondere das Drei-Faktoren-Modell (Olivier, 1996), das die Aufmerksamkeit des Autors weckte, und
- das muskelgruppenspezifische Schnellkraftniveau,
- das allgemeine zentralnervöse Aktivierungsniveau sowie
- die Charakteristik der sportmotorischen Lernaufgabe (Anteil der Schnellkraftkomponente)
in den Mittelpunkt des Interesses rückt, um eventuelle negative Aneignungs- und Lerneffekte durch Ermüdung zu erklären. Diese werden in der Weiterführung der Arbeit dann auch eingehend hinsichtlich physiologischer und energetischer Aspekte beleuchtet.
Das praktische Untersuchungsdesign bestand aus einer Vor- und einer Hauptuntersuchung, in deren Rahmen Nachwuchsleistungssportler aus der Leichtathletik ihre 5-m-Zeit nach Tiefstart verbessern sollten. Diese Aufgabe gewährleistete eine Aussage zum Verhältnis von Ausführungsleistung und muskelgruppenspezifischem Schnellkraftniveau, da der Tiefstart eine maximale Bewegungsgeschwindigkeit bzw. minimale Bewegungsdauern erfordert. Der Aufgabenstellung entsprechend wurden die Probanden mit einer sportartspezifischen Sprungaufgabe vorbelastet. Diese wurde bis zum ermüdungsbedingten Abbruch absolviert. Bei den ersten beiden Testterminen wurde das individuelle Ausgangsniveau ermittelt, der jeweilige Test mit begleitender Soll/Istwert-Information (Videoinstruktion bzw. Lehrbildreihe der Idealtechnik) durchgeführt und die Behaltensleistung (Lernleistung) nach 10 Minuten ermittelt. Der dritte Testtermin diente ausschließlich zur Ermittlung der Lernleistung. Die vorliegenden empirischen Befunde weisen darauf hin, dass eine konditionelle Vorbelastung zwar die aktuelle Aneignungsleistung beeinflusst, derartige negative Effekte aber nicht für die Lernleistung festgestellt werden können. Daraus zieht der Autor die Schlussfolgerung, dass Techniktraining auch dann durchgeführt werden kann, wenn die Trainierenden durch entsprechende Vorbelastungen "leiden". Offensichtlich konnte das Ziel des Techniktrainings durch die innerhalb des Tests gegebene Feedback abgesichert werden.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Saarbrücken
VDM Verlag Dr. Müller
2008
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| Ausgabe: | Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, 2008. - 145 S. |
| Seiten: | 145 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |


