Herausforderung Schnelligkeitstraining

Es gibt wohl nur sehr wenige Sportarten, in denen Schnelligkeit keine wichtige Rolle für die Wettkampfleistung spielt. Natürlich ist sie in den Kraft- und Schnellkraftorientierten Sportarten dominierend. In den Kampf- und Spielsportarten hat sie aber eine kaum geringere Bedeutung, in einer Vielzahl von technisch-akrobatischen Sportarten besitzt sie einen hohen Wert und auch die typischen Ausdauersportarten können sich nicht einem zunehmendem Gewicht von Schnelligkeit und Geschwindigkeit verschließen. Dieser hohen und zunehmenden Bedeutung der Schnelligkeit für die sportliche Leistungserbringung standen in der Trainingswissenschaft nicht immer adäquate Trainingstheorien gegenüber, was zu Defiziten im trainingswissenschaftlichen Verständnis und in der Entwicklung geeigneter Trainingskonzepte und -methoden führte. An dieser Stelle haben die Autoren ihren ersten Arbeitsansatz gefunden und stellen einerseits vorhandene theoretische Konzepte für das Phänomen Schnelligkeit vor und definieren dabei die elementare Schnelligkeit mit Bezug zu den Strukturelementen und Steuerungsfunktionen des neuromuskulären Systems. In einem weiteren Schritt untersuchen sie die Schnelligkeit im Rahmen unterschiedlicher Bewegungsformen und deren Zusammenhang mit muskulären Zeitprogrammen. Hier geht es ihn erster Linie um ein tief gehendes Verständnis dieser Zeitprogramme innerhalb von trainingswissenschaftlichen Zusammenhängen (Einfluss von Bewegungen, Einzelbelastungen oder auf räumliche Technikparameter). Im Praxisteil bietet das Buch für die Umsetzung der entwickelten trainingswissenschaftlichen Konzepte eine reiche Auswahl von Angeboten zur trainingsmethodischen Gestaltung von Schnelligkeitstraining, zur methodischen Einordnung in ein komplexes Trainingsprogramm (mit einem eigenständigen Kapitel zum Schnelligkeitstraining im Nachwuchsleistungssport) sowie zu Diagnoseverfahren wie beispielsweise zu reaktiven, nichtreaktiven Schnelligkeitsformen wie auch zur elementaren Frequenz- und Reaktionsschnelligkeit und eine Vielzahl praktischer Einsatzbeispiele von Schnelligkeitsdiagnosen aus Sportarten wie Leichtathletik, Radsport, Schwimmen, Turnen, Fußball, Handball und Volleyball. Die im "Anhang" auf gut 100 Seiten vorgestellte Sammlung von Trainingsübungen gibt interessierten Übungsleitern und Trainern in vielen Sportarten die Möglichkeit, geeignete Übungen in ihre Trainingsprogramme einzubauen. Da diese hinsichtlich ihres Anspruchs an die Bewegung (elementar oder anforderungsadäquat) und der Bewegungsform (reaktiv, nichtreaktiv, zyklisch, azyklisch oder reaktiv) gegliedert sind, können sie der aktuellen Situation in der Trainingsgruppe oder Schulklasse sowie dem inhaltlich verfolgten Trainingsziel entsprechend ausgewählt werden. Letztlich soll auch der Hinweis der Autoren aufgegriffen werden, dass sich das Buch nicht nur an Leistungssportler und deren Trainer wendet, sondern auch versuchen will Übungen anzubieten, die im Freizeit- und Gesundheitssport einer oftmals zu konstatierenden von Bewegungsmangel oder Bewegungsmonotonie geprägten Situation entgegenwirken können. Dem Autorenteam ist es gelungen, die im Titel formulierte "Herausforderung Schnelligkeitstraining" anzunehmen, wissenschaftliche Grundlagen und trainingsmethodische Konsequenzen dieses anspruchsvollen Themas darzustellen, wenngleich der wissenschaftliche Anspruch an das Thema an vielen Stellen sehr deutlich wird und dem Leser eine sportwissenschaftliche Grundausbildung schon hilft, die Möglichkeiten, Potenzen, aber auch Anforderungen des Schnelligkeitstrainings zu verstehen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Aachen Meyer & Meyer 2007
Ausgabe:Aachen: Meyer & Meyer, 2007. - 223 S.
Online-Zugang:https://www.amazon.de/s?k=Herausforderung%20Schnelligkeitstraining
Seiten:223
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch