Dysbalancen von Muskel und Sehne bei jugendlichen Athlet:innen - Ursachen, Implikationen und Prävention
Die Bestimmung der Dehnung von Sehnen während maximaler isometrischer Kontraktionen ermöglicht die Identifikation von Athlet:innen, bei denen - gegebenenfalls aufgrund einer reduzierten Mechanosensitivität oder ungünstiger Stoffwechselvoraussetzungen (K. M. Heinemeier et al., 2018; Wang et al., 2021) - die sportspezifische Belastung keine adäquate Anpassung der Sehne ausgelöst hat. Bei Dehnungen von über 9 % ist das Verletzungsrisiko um das 2,3-fache erhöht und könnte in einer entsprechenden Diagnostik als Indikation für ein gezieltes Sehnentraining dienen. Basierend auf individuellen Kraft-Dehnungs-Kurven kann eine besonders günstige Beanspruchung der Sehne gewährleistet werden. Doch auch ohne Zugang zu der dafür notwendigen und aktuell noch recht aufwändigen Methodologie ist die Integration gezielter Belastungen von Sehnen im Nachwuchsbereich bestimmter Sportarten empfehlenswert, da auch ohne individualisierte Belastung die Häufigkeit von Beschwerden und struktureller Anomalien reduziert werden kann. Effektive Belastungen für Sehnen sind dabei im Allgemeinen durch eine eher hohe Intensität und langsame Übungsdurchführung gekennzeichnet. Fünf Sätze mit je vier Wiederholungen von entsprechenden Übungen dauern nur etwa 15-20 Minuten und sollten dreimal wöchentlich in Trainingspläne von Spitzensportler:innen mit erhöhtem Risiko für Tendinopathien integriert werden.
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Spielsportarten Biowissenschaften und Sportmedizin Nachwuchssport |
| Tagging: | Tendinopathie Wachstum |
| Veröffentlicht in: | dvs-Biomechanik 2023 Tagungsband |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Stuttgart
Steinbeis-Edition
2023
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| Seiten: | 46-51 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |