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Kanada: "Eine bessere Konzentration auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden aller ist eine wichtige Erkenntnis aus der Pandemie"

Das Team Kanada für Peking umfasste 106 Athletinnen und 109 Athleten. Dies waren das drittgrößte Team sowie die höchste Zahl an Athletinnen in der Geschichte kanadischer Teilnahmen an Olympischen Winterspielen. Zur Mannschaft gehörten zudem 12 Trainerinnen und 72 Trainer. Team Kanada entsendete Athletinnen und Athleten in 14 der 15 Sportarten, einzig in der Nordischen Kombination gab es keinen kanadischen Starter. 45 Athletinnen und Athleten hatten bereits vor Peking 2022 eine olympische Medaille gewonnen. Für 118 Teammitglieder (knapp 55 %) war es die erste Olympiateilnahme. Über die größte Olympiaerfahrung im Team verfügte Charles Hamelin (Shorttrack), der bereits zum fünften Mal an Olympischen Spielen teilnahm. 90 der Athletinnen und Athleten waren bereits 2018 dabei, 37 bereits 2014. Die Leistungsentwicklung von Team Kanada hat in Peking einen Dämpfer erhalten. Die kanadischen Athletinnen und Athleten gewannen insgesamt 26 Medaillen (4 Gold-, 8 Silber- und 14 Bronzemedaillen) und damit drei weniger als in Pyeongchang. Hinter Norwegen, Russland und Deutschland errang Kanada zwar die viertmeisten Medaillen. Im Medaillenspiegel landete Kanada aufgrund der geringen Zahl an Goldmedaillen allerdings nur auf Platz 11. Im Vergleich zu Pyeongchang ist der Rückgang bei den Goldmedaillen dramatisch (- 7), dagegen sind die erreichten Top-Acht-Platzierungen mit 67 auf dem gleichen Niveau geblieben. Wie in Pyeongchang 2018 und auch bereits in Sotschi 2014 trugen wieder neun Sportarten zum Medaillenergebnis von Peking 2022 bei. Laut David Shoemaker, Geschäftsführer des Canadian Olympic Committee, wurde das wichtigste Ziel, die Athletinnen und Athleten gesund an den Start zu bringen, erreicht. Angesichts der Folgen der SARS-CoV2-Pandemie steht auch der kanadische Sport vor enormen Herausforderungen. Einerseits haben die Leistungssportverantwortlichen große Anstrengungen unternommen, um die Folgen der Pandemie abzumildern. Dabei halfen auch länger angelegte Strategien, wie im Bereich zur mentalen Gesundheit und zum Athletenwohlbefinden oder zur Bildung und Kapazitätserweiterung bei Trainern und dem weiteren Leistungssportpersonal. Zum anderen gibt es weiterhin die bereits seit Längerem sinkende Sportbeteiligung. Bereits 2019 haben kanadische Wissenschaftler für die Multisportorganisation Canadian Sport for Life das Modell der langfristigen Athletenentwicklung (LTAD) erweitert. In ihrem Konzeptpapier "Long-term development in sport and physical activity 3.0" vollziehen sie einen Paradigmenwechsel von einer Konzentration auf die Athletenentwicklung hin zu einem breiteren Ansatz der langfristigen Entwicklung in Sport und Bewegung.
© Copyright 2022 Olympische Winterspiele 2022: Zur Entwicklung der nationalen Spitzensportkonzepte Norwegens, der USA, der Schweiz und Kanadas im Olympiazyklus 2018-2022. Veröffentlicht von IAT. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sportgeschichte und Sportpolitik Leitung und Organisation Nachwuchssport
Tagging:Länderanalyse
Veröffentlicht in:Olympische Winterspiele 2022: Zur Entwicklung der nationalen Spitzensportkonzepte Norwegens, der USA, der Schweiz und Kanadas im Olympiazyklus 2018-2022
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Leipzig IAT 2022
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/sponet/2022_Kanada.pdf
Seiten:243-304
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch