Individuelles Schlafmanagement im Nachwuchsleistungs- und Spitzensport (InSchlaf)
(Prävalenz, Muster und Risikofaktoren von Schlaflosigkeitssymptomen bei jugendlichen Leistungssportlern_innen)
Seit Juni 2021 befasst sich das vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderte Forschungsprojekt "InSchlaf" mit dem individuellen Schlafmanagement im Nachwuchsleistungs- und Spitzensport. Hierbei wird das Paradoxon aufgegriffen, dass im Leistungssport einerseits ein erhöhter Regenerationsbedarf, insbesondere an Schlaf, vorliegt und andererseits eine unzureichende Schlafqualität und/oder -quantität zu verzeichnen ist (Gupta et al., 2017; Walsh et al., 2021). In der internationalen Literatur sind bereits zahlreiche Empfehlungen zur Optimierung des Schlafverhaltens im Sport zu finden (Bonnar et al., 2018; Kölling et al., 2019; Simpson et al., 2017). Allerdings ist die Übertragbarkeit auf den deutschen Sportkontext noch nicht hinreichend untersucht worden. Das vorliegende Forschungsprojekt befasst sich daher mit der Analyse schlaffördernder und -beeinträchtigender Faktoren sowie der Evaluation eines sportspezifischen individuellen Schlafmanagement-Programms.
Eine Zielstellung des Projekts ist es, mittels Diagnostik (Screening) und Monitoring eine umfassende Bestandsaufnahme des Schlafverhaltens im Nachwuchsleistungs- und Spitzensport vorzunehmen. Hierbei gilt es die Wechselbeziehung von Schlaf und Sport zu analysieren und sportspezifische sowie lebensstilbezogene Einflussfaktoren zu identifizieren. Zum Einsatz kommen standardisierte Fragebögen sowie Messinstrumente der Schlafforschung. Ein nützliches Tool ist der Athlete Sleep Behavior Questionnaire (Driller et al., 2018), welcher mit der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Sportpsychologie nun ebenfalls auf Deutsch verfügbar ist (Fragebogen zum Schlafverhalten von Sportlerinnen und Sportlern; Hof zum Berge et al., dieses Heft). Kombiniert werden tägliche subjektive Erhebungen mit objektiven Verfahren, die für längere Zeiträume Aktigraphie und für einzelne Nächte ambulante Polysomnographie umfassen. Mithilfe der Aktigraphie werden über Beschleunigungssensoren Schlaf- und Wachphasen erfasst, welche über einen längeren Zeitraum eine Rückmeldung zu bestimmten Schlafmustern ermöglichen. Ergänzend dient die ambulante Polysomnographie der detaillierten Erfassung der Schlafstadien in einzelnen Nächten. So kann beispielsweise das Verhältnis von Tiefschlaf und Rapid-Eye-Movement Schlaf (REM) in verschiedenen Trainingskontexten beobachtet werden.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Sozial- und Geisteswissenschaften Nachwuchssport |
| Veröffentlicht in: | Zeitschrift für Sportpsychologie |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2022
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| Online-Zugang: | https://doi.org/10.1026/1612-5010/a000370 |
| Jahrgang: | 29 |
| Heft: | 2-3 |
| Seiten: | 104-105 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |