Biomechanische Diagnostik und Sonifikation von Gieren und Stampfen des Rennruderbootes im Nachwuchstraining

Das Mess- und akustische Feedbacksystem Sofirow II misst und speichert die kinematischen Parameter der Bootsbewegung in Vortriebsrichtung (Bootsgeschwindigkeit und -beschleunigung) und die 3D-Rotationsbewegung (Rollen, Gieren und Stampfen) mittels inertialen Messsystems mit 100 Hz und einer Messauflösung von jeweils 0,1°. Die fahrdynamischen Parameter Gieren und Stampfen werden als direkte Klangmodulation in Echtzeit abgebildet (sonifiziert), wobei sich die Tonhöhe als Funktion der jeweiligen Rotationsbewegung ändert und Veränderungen in der Gier- und Stampfbewegung unmittelbar hörbar werden (ansteigender/ abfallender Ton). Die Messdaten werden als Synchroninformation während des Ruderns den Athleten im Rennboot akustisch rückgemeldet. Die in Sofirow II gespeicherten Daten können anschließend per WLAN ausgelesen und mit der Software Regatta II analysiert werden. In Abhängigkeit von der Zielstellung der Diagnostik kamen für die Betreuung in Absprache mit den Bootstrainerinnen und -trainern unterschiedliche Testmethoden zur Anwendung. Der Transfer der Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt basiert auf den Felduntersuchungen mit 12 männlichen Ruderern (Skull) im Renneiner. Dafür wurden im Forschungsprojekt für die Untersuchung von (1) Gieren und (2) Stampfen des Bootes je zweimal 500 m in unterschiedliche Fahrtrichtungen (Gegen- und Schiebewind) sowie mit veränderter Stemmbretthöhe (höher und tiefer als die individuellen Einstellungen) in der Schlagfrequenzstufe 20 ± 0,5 Schläge/min sowie (3) die Sonifikation der beiden Rotationsbewegungen und Befragung zur Wirkung auf die Athleten durchgeführt. Nach den ersten Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt sollte der Einsatz von Sofirow II und die Analyse von Gieren und Stampfen in die leistungsdiagnostische Routine integriert werden, um Aussagen zur Gier- und Stampfbewegung des Bootes machen zu können. Weiterhin empfiehlt sich für die Trainingspraxis, die Sonifikation mit neu formierten Bootsbesatzungen durchzuführen, um die Bootsbewegung, den Bootslauf und die Mannschaftssynchronisation möglichst schnell zu erreichen und damit die Grundlage für Ansteuerungseffekte der Rudertechnik zu schaffen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Nachwuchssport Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2017/18
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bonn BISp 2018
Online-Zugang:https://my.page2flip.de/15646901/16713668/16713670/html5.html#/90
Seiten:89-93
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch