Sportpychologische Eingangsdiagnostik und Betreuung des U18 und U21 Nationalkaders des DJB sowie Entwicklung eines sportpsychologischen Verbandskonzeptes
Die sportpsychologische Betreuung im Deutschen Judobund ist Normalität geworden. Alle Nachwuchskaderjahrgänge ab Geburtsjahr 1994 haben eine sportpsychologische Einführung durchlaufen. Sie sind, soweit sie an internationalen Höhepunkten teilgenommen haben, auch auf diesen Wettkampf psychologisch vorbereitet worden und haben dabei zum Teil vor Ort eine sportpsychologische Betreuung erfahren. Zwischen März 2014 und März 2015 wurden 35 Judoka der weiblichen U18-Nationalmann- schaft und 32 männliche U21-Judoka betreut. Zur sportpsychologischen Eingangsdiagnostik wurden Verfahren in den Bereichen Leistungsmotivation, Volition und Wettkampfangst sowie zur Belastungssteuerung eingesetzt. Die sportpsychologische Diagnostik wurde im männlichen U21-Bereich für 12 Athleten durchgeführt. Im weiblichen U18-Bereich standen für 19 Athletinnen sportpsychologische Profile zur Verfügung. Die Fragebögen wurden ausgewertet und in Form von Stärken/Schwächen-Profilen mit den Athletinnen und Athleten in Einzelgesprä- chen individuell besprochen. Die Bundestrainer erhielten eine Profilübersicht der Athletinnen bzw. Athleten, um Handlungsemp- fehlungen für das Training, den Umgang mit den Athletinnen bzw. Athleten und das Coachen im Wettkampf ableiten zu können. Die Eingangsdiagnostik dient in erster Linie der Vorbereitung der individuell zielgenauen Intervention, außerdem soll aber auch ihre Eignung zur Talentprognose langfristig geprüft werden. Hierzu werden die Daten der verschiedenen Kohorten des DJB-Nachwuchses weiter gesammelt, um sie mit der realen sportlichen Entwicklung vergleichen zu können. Auch der Performance Classification Questionnaire wurde wieder eingesetzt, um Hinweise auf Leistungsbeeinträchtigungen zu erfassen und zur Testgüteprüfung beizutragen. Auf Grundlage des Modells zur systematischen sportpsychologischen Betreuung wurden auf der Ebene des Grundlagentrainings regelmäßig Übungen zur Psychoregulation (Kellmann & Beckmann, 1993) durchgeführt, Strategien zur Regeneration und Aktivierung vermittelt sowie an der Team-Bildung gearbeitet (Linz, 2004). Auf der Ebene des Fertigkeitstrainings erfolgten Gruppen- und Einzelinterventionen zu Zielsetzungen, zu Konzentration bzw. Aufmerksamkeitsregulation, zu Selbstwirksamkeit und zum Umgang mit kritischen Wettkampfsituationen. Außerdem wurden Wettkämpfe beobachtet (wie z. B. der European Cadets Cup in Berlin) und mit den Athletinnen bzw. Athleten individuell besprochen und ausgewertet. (vom Autor übern. gek.)
© Copyright 2016 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2015/16. Veröffentlicht von Sportverlag Strauß. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Nachwuchssport Kampfsportarten Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Veröffentlicht in: | BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2015/16 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hellenthal
Sportverlag Strauß
2016
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| Online-Zugang: | http://my.page2flip.de/2895682/8822043/8822044/html5.html#/152 |
| Seiten: | 151-154 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |