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Angewandte Trainingswissenschaft im Forschungs- und Serviceverbund Leistungssport (FSL) - Good-Practice-Beispiel Deutscher Kanu-Verband (DKV)

Der DKV arbeitet bereits seit der Gründung des Instituts viele Jahre erfolgreich mit dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) zusammen. Im Fokus steht dabei stets die Frage, was angewandte Trainingswissenschaft für Trainer oder Leistungssportverantwortliche in den Spitzenverbänden leisten können soll und muss. Aus Sicht der Praxis ist dies ganz klar: Das Institut soll Antworten auf die täglichen Fragen des Trainers finden. Das klingt einfach, ist es aber nicht immer! Zunächst bedarf es hierfür vonseiten des Spitzenverbands der Schaffung entsprechender Voraussetzungen für das Installieren und erfolgreiche Arbeiten eines Trainer-Berater-Systems (TBS). Die Grundlage für die tägliche Arbeit im DKV ist die Leistungssportstrukturkonzeption. Ein Schwerpunkt dieser Konzeption ist die zentrale Stellung der Bundesstützpunkte. Ein Bundesstützpunkt (BSP) ist nicht nur der Trainingsort von Spitzenathleten, er muss auch durchgreifend Möglichkeiten von der Talententwicklung bis zum Spitzenathleten haben (Richtlinienkompetenz der Spitzenverbände). Ein BSP kann nicht existieren, wenn nicht gewährleistet ist, dass aus dem Nachwuchsbereich genügend, qualitativ gut ausgebildete Nachwuchskader in den Hochleistungsbereich nachrücken. Ein weiterer Schwerpunkt ist die zentrale Leistungsdiagnostik, die zentral durch den Verband mit verpflichtender Teilnahme organisiert wird. Die im System erhobenen Daten der Sportlerinnen und Sportler des DKV werden in Datenbanken am IAT archiviert und stehen zur Bearbeitung und Analyse zur Verfügung. Die Bundestrainer im DKV agieren nicht im freien Raum, sondern arbeiten direkt mit den Sportlerinnen und Sportlern an den Bundesstützpunkten. Ausnahmen davon sind zwei Cheftrainer - je einer für Kanurennsport und Kanuslalom - und ein Bundesdiagnosetrainer, der ausschließlich für die Leistungsdiagnostik verantwortlich ist. Die Steuerung der regionalen Leistungssportentwicklung erfolgt über die Regionalkonzeptionen. Die Überprüfung der Arbeit in den Schwerpunktregionen bedeutet viel Arbeit, aber ohne diese kann keine mit den Regionen koordinierte Entwicklung erfolgen. Für die Olympiastützpunkte (OSP) besteht über die Kooperationsvereinbarungen eine klare Aufgabenbeschreibung, nämlich die Sicherung der Qualität des täglichen Trainings der Bundeskader, die am Stützpunkt trainieren.
© Copyright 2016 Angewandte Trainingswissenschaft im Forschungs- und Serviceverbund Leistungssport: Tagungsband zum gleichnamigen Symposium. Veröffentlicht von Meyer & Meyer. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sportgeschichte und Sportpolitik Trainingswissenschaft Theorie und gesellschaftliche Grundlagen Ausdauersportarten
Tagging:Trainer-Berater-System
Veröffentlicht in:Angewandte Trainingswissenschaft im Forschungs- und Serviceverbund Leistungssport: Tagungsband zum gleichnamigen Symposium
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Aachen Meyer & Meyer 2016
Schriftenreihe:Schriftenreihe für Angewandte Trainingswissenschaft, 1
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/sponet/SR_2015_1_Kahl_Angewandte.pdf
Seiten:52-63
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch