Training kooperationsbezogener Handlungsrepräsentationen im Volleyball
Die Evaluation, in Form von Interviews und Fragebögen, ergab insgesamt eine sehr positive Bewertung des Trainings. Akzeptanz, Integrationspotential und Effektivität wurden von den Spielerinnen und dem Trainer explizit gelobt. Die Spielerinnen empfanden die durchgeführten Trainingseinheiten überwiegend als neuartig und sehr hilfreich. Durch die unmittelbare Integration in das anschließende praktische Training wurde die selbstständige Durchführung gefördert: Bereits in der Aufwärmphase, z. B. im Rahmen von Dehnübungen oder Trinkpausen, sollten die Spielerinnen Bewegungsvorstellungen aufbauen. Damit wiederholten die Spielerinnen einerseits die zunächst videounterstützte Einführung in den Aufbau von Bewegungsvorstellungen, andererseits konnten die Spielerinnen erproben, an welcher Stelle das mentale Training in den regulären Übungsbetrieb eingebettet werden kann. Zielsetzungen und mannschaftstaktische Schlüsselbegriffe waren den Spielerinnen zwar bekannt, jedoch empfanden sie die Unterstützung durch videogestützte Selbstkonfrontation als sehr hilfreich. Auffällig war auch, dass den Spielerinnen die mit den Trainern besprochenen Schlüsselbegriffe zwar bekannt waren, jedoch über die konkreten Verhaltensweisen, die der Einzelne im Rahmen seiner vorgegebenen taktischen Handlungsanweisung dabei ausführen sollte, teilweise Unklarheit herrschte. Die Athletinnen berichteten über zum Teil sich untereinander widersprechende taktische Handlungsanweisungen, die nach dem Ruf der Schlüsselbegriffe auszuführen waren. Das TTK wurde von den Beteiligten als äußerst positiv hinsichtlich der Akzeptanz, des Integrationspotentials und der Effektivität bewertet. Fasst man die gesammelten Erfahrungen im Forschungsprojekt (Durchführung des TTK bei je einer männlichen und weiblichen Regionalliga-Volleyballmannschaft über eine Halbsaison sowie im Rahmen eines einwöchigen Lehrgangs der weiblichen U16 Volleyball-Nationalmannschaft) und im vorgestellten Betreuungsprojekt zusammen, so lässt sich festhalten, dass die durchweg positiven Ergebnisse unabhängig vom Geschlecht, vom Leistungsniveau und dem durchgeführten zeitlichen Umfang sind. Dies ist primär auf die Adaptationsmöglichkeiten des TTK in Bezug auf die individuellen Bedürfnisse der Athletinnen bzw. Athleten und Trainerinnen bzw. Trainer zurückzuführen. Das TTK ist sicherlich auch für andere Sportarten, mit ähnlichen kooperativen Anforderungen, geeignet. Dies bedarf jedoch weiterer Prüfungen. Als weiterer Praxistransfer wurde das Konzept beim 34. Internationalen Volleyballsymposium des Deutschen Volleyballverbandes (A-Trainerfortbildung) ebenso vorgestellt (Baumgärtner et al., 2010) wie bei einer B-Trainerfortbildung des Hessischen Volleyballverbandes (11/2011).
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Spielsportarten Nachwuchssport |
| Veröffentlicht in: | BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2011/12 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Bonn
Bundesinstitut für Sportwissenschaft
2012
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| Seiten: | 67-72 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |