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Langfristiges strategisches Forschungsprogramm für das Wissenschaftliche Verbundsystem im Leistungssport 2008 bis 2016

Wissen ist ein bedeutsamer Wettbewerbsfaktor im Spitzensport und Wissensvorsprung kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Damit ist für die zukünftigen Entwicklungschancen und Erfolgsbilanzen des deutschen Spitzensports eine wissenschaftliche Unterstützung von elementarer Bedeutung. Das "Wissenschaftliche Verbundsystem Leistungssport" (WVL) verfolgt das Ziel, mit einer effektiven und effizienten wissenschaftlichen Unterstützung die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Spitzensportler zu sichern bzw. mittelfristig auszubauen. Oberstes Steuerungsgremium im WVL ist der im Februar 2006 konstituierte Strategieausschuss des WVL. Geschäftsführung und Vorsitz wechseln im Zwei-Jahres-Rhythmus zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp). Im Strategieausschuss wirken folgende Partner des WVL mit: - Bundesministerium des Innern (BMI) - Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) - Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) - Bundessportfachverbände - Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) - Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) - Olympiastützpunkte (OSP) - Trainerakademie Köln des DOSB (TA) - Wissenschaftliche Einrichtungen Als gemeinsamer Orientierungsrahmen für das WVL wurde im Strategieausschuss das vorliegende "Strategische Forschungsprogramm für das Wissenschaftliche Verbundsystem im Leistungssport" (Forschungsprogramm WVL) entwickelt. Das Programm bildet die gemeinsame inhaltliche Grundlage mit hoher Verbindlichkeit für das gesamte Verbundsystem bis 2016 und stellt damit einen wesentlichen Beitrag zur Optimierung der wissenschaftlichen Unterstützung des Leistungssports dar: Die Voraussetzungen für effiziente und effektive Kooperationsformen zwischen Forschung und Praxis wie auch für Verbundprojekte innerhalb der Forschung werden weiter verbessert. Die Grundlagen für die Transparenz in der Forschungsförderung werden weiterentwickelt. Weiterhin bilden die hier beschriebenen Inhalte geeignete Grundlagen, die in die Evaluation entsprechender Forschungsprojekte und der Forschungsförderung einfließen. Bei der Erstellung des Forschungsprogramms sind Problemlagen, Zukunftsfragen und Interessen sowohl der Sportwissenschaft als auch der Praxisorganisationen des Leistungssports systematisch berücksichtigt und inhaltlich geschärft worden. Es spiegelt somit Interessen aus den Spitzenverbänden, Olympiastützpunkten wie auch aus den Landessportbünden wider. Gleichzeitig nimmt es zentrale Gedanken aus der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion und weiterhin des Memorandums Sportwissenschaft, der Augsburger Thesen der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) und der Leipziger Thesen zum Nachwuchsleistungssport auf. Das Forschungsprogramm versteht sich als inhaltlicher "Korridor", der Freiräume für forscherische Kreativität und Innovation vorsieht und den Wettbewerb der Ideen ausdrücklich forcieren soll. Zur Sicherung und zum weiteren Ausbau der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Forschung im Leistungssport kommt forscherischen Innovationen und der Innovatorik besondere Bedeutung zu. Gleichzeitig liegt ein dynamisches Verständnis des Programms in dem Sinne zugrunde, dass insbesondere auf der Themenebene während seiner Laufzeit bis 2016 kontinuierlich Aktualisierungen und Fortschreibungen möglich sein müssen. Insofern wird eine mittel- und langfristige strategische Ausrichtung von Forschung bei gleichzeitiger Beachtung aktueller Problemlagen der Leistungssportpraxis gewährleistet. Zur wirksamen Bearbeitung der hier herausgehobenen komplexen Forschungsfelder sind insbesondere interdisziplinäre Ansätze systematisch zu stärken. Dabei wird eine Wirksamkeitssteigerung der wissenschaftlichen Unterstützung des Leistungssports eine angemessene Finanzierung und effiziente und effektive Organisationsstrukturen erfordern. Letztere könnten sich z. B. an Vorbildern aus anderen großen Organisationen wie der DFG orientieren. Neben den im Programm beschriebenen vorrangigen Forschungsfeldern im Leistungssport kommt der Anti-Doping-Forschung herausgehobene Bedeutung zu. Neben einleitenden Bemerkungen umfasst das Programm Ausführungen zur Struktur des Forschungsprogramms sowie zu den Forschungsfeldern Trainings- und Wettkampfqualität, Trainerqualität, Nachwuchsleistungssport, Trainings- und Wettkampftechnologie und Wissenstransfer sowie zur Umsetzung des Forschungsprogramms.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Leitung und Organisation Nachwuchssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Frankfurt/Main 2008
Online-Zugang:http://www.bisp.de/SharedDocs/Downloads/Publikationen/sonstige_Publikationen_Ratgeber/Forschungsprogramm_WVL.pdf?__blob
Seiten:20
Dokumentenarten:elektronische Publikation
Level:hoch