Leistungssport und Eßstörungen aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht
(Elite sport and eating disorders from the point of view of children and youth psychiatry)
Die Erkrankungsrate von Anorexia und Bulimia nervosa sowie unspezifischen Essstörungen ist bei Athletinnen gegenüber gleichaltrigen Kontrollpersonen, die keinen Leistungssport betreiben, deutlich erhöht. Körperbetonte (z.B. Ballett, Gymnastik), gewichtsabhängige und Ausdauersportarten weisen die höchsten Prävalenzraten auf. Promotor der Essstörungen sind gewichtskontrollierende Maßnahmen, die zur Leistungssteigerung in den jeweiligen Disziplinen eingesetzt werden. Gewichtsverlust und chronischer Stress bewirken bei entsprechend disponierten Individuen Veränderungen des Neurotransmitterstoffwechsels, die zum Vollbild einer Essstörung führen können. Somatische Folgen sind Amenorrhö und vorzeitige Osteoporose. Allerdings kann der Leistungssport selbst Symptom einer bereits bestehenden Essstörung sein. Schlussfolgerung: Bei allen aktiven jugendlichen Sportlerinnen sollten regelmäßige Gewichtskontrollen, eine Anamnese des Menstruationsstatus sowie ein Ernährungsprotokoll durchgeführt werden.Bei einem Body-mass-Index unterhalb der 10. Altersperzentile und auffälliger Psychopathologie empfiehlt sich eine kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik und ggf. Behandlung, da die Prognose der Erkrankung von einem möglichst frühen Behandlungsbeginn abhängt.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | junior sports biological and medical sciences social sciences |
| Published in: | Monatsschrift Kinderheilkunde |
| Language: | German |
| Published: |
2000
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| Online Access: | https://link.springer.com/article/10.1007/s001120050575 |
| Volume: | 148 |
| Issue: | 5 |
| Pages: | 462-468 |
| Document types: | article |
| Level: | advanced |