Wirbelsäulenbeschwerden und -verletzungen sowie sportmedizinische Untersuchungen bei Nachwuchsleistungsturnerinnen
Die Verteilung von Beschwerden und Verletzungen im Kunstturnen erscheint neben der Qualität des Trainings von der Güte der sportmedizinischen Betreuung abhängig. Im Rahmen einer retrospektiven Analyse wurden 41 Nachwuchskaderathletinnen im Alter von 11 ± 2,8 Jahren mit einem mittleren Trainingsumfang von 14 Stunden/Woche nach Beschwerden und Verletzungen sowie nach Häufigkeit und Umfang von sportmedizinischen Untersuchungen gefragt. Belastungsabhängige Schmerzen berichteten 14 mit Schwerpunkt auf der Lendenwirbelsäule und Verletzungen 10 mit Schwerpunkt auf der Halswirbelsäule, eine geringere Inzidenz als bei früheren Untersuchungen. Ärztliche Konsultation suchten 6 der Beschwerdeträger und 6 der Verletzten. Bis auf 3 waren alle mindestens 1-mal nach im Mittel 1,5 Jahren Leistungstraining untersucht worden. Dabei war die Wirbelsäule nur bei 64 % gezielt klinisch und bei ? davon zusätzlich röntgenologisch abgeklärt worden. Die Diagnosen Skoliose und Spondylolisthesis wurden jeweils 2-mal gestellt. Trotz eines fehlenden systematischen Zusammenhangs zwischen Beschwerden oder Verletzungen und unzureichender medizinischer Voruntersuchung erscheint eine regelmäßige sportmedizinische Eingangs- und Verlaufsuntersuchung für jugendliche Leistungsturnerinnen erforderlich.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Nachwuchssport |
| Veröffentlicht in: | Sportverletzung Sportschaden |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Stuttgart
2005
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| Online-Zugang: | https://doi.org/10.1055/s-2005-858206 |
| Jahrgang: | 19 |
| Heft: | 2 |
| Seiten: | 77-81 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |