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Echokardiographische Studie zum Sportherz bei Ausdauerathleten

Zusammenfassung In einer statistisch repräsentativen echokardiographischen Studie wurde die Anpassung des Herzens bei insgesamt 1500 Ausdauerathleten vom Nachwuchs- bis zum Hochleistungsbereich untersucht. Die Beurteilung der kardialen Anpassung erfolgte in Abhängigkeit von Lebensalter, Geschlecht, körperlicher Entwicklung, Ausdauersportart und Ausdauerleistungsfähigkeit. Bei den jugendlichen Sportlern fand sich eine deutliche Zunahme der Herzgröße als Ausdruck der summativen Wirkung von trainingsinduzierter Anpassung und biologischer Entwicklung. Bereits bei 50 Prozent der 15jährigen und 70 Prozent der 18jährigen Ausdauerathleten wurde ein Sportherz nachgewiesen. Ein effektives Ausdauertraining führt auch bei langjährig trainierenden Sportlern zu einer weiteren Sportherzanpassung. Herzgrößen von 17 bis 18 ml/kg Körpermasse bei Sportlern bzw. 15 bis 16 ml/kg bei Sportlerinnen setzen ein mehrjähriges Ausdauertraining mit Belastungsumfängen von 30 bis 40 Trainingsstunden pro Woche voraus. Beim Vergleich echokardiographischer Befunde von Ausdauersportlern und Ausdauersportlerinnen finden sich geschlechtsspezifische Unterschiede in der Sportherzanpassung, die sich mit zunehmender Ausdauerleistungsfähigkeit verstärken. Trotz höherer Belastungsumfänge und steigender Ausdauerleistungsfähigkeit haben sich die Herzgrößen der Hochleistungsathleten in den letzten 20 bis 30 Jahren nicht wesentlich verändert. Bei Nachwuchs- und Hochleistungssportlern besteht eine enger Zusammenhang zwischen dem Herzvolumen und wesentlichen leistungsdiagnostischen Funktionsgrößen als Ausdruck der Komplexität langfristiger Anpassungsprozesse. Summary In a statistically representative echocardiographic study the heart adaptation in a total of 1500 endurance athletes was monitored. The population was made up ofjuvenile gifted ath-letes up to adult elite athletes. The assessment of cardiac adaptation was based on age, sex, state of physical development, kind of endurance spart and endurance performance capacity. In the juvenile athletes we found a profound increase in heart size as an expression of the summarised effect of training induced adaptation and biological development. In athletes participating in endurance Sports for many years an efficient endurance training causes an additional spart heart adaptation. A heart size of 17 to 18 ml/kg body weight in male and 15 to 16 ml/kg infernale athletes presupposes several years of endurance training with a load volume of 30 to 40 hours ofexercise a week. Comparing echocardiographic findings of male and female endurance athletes we found sex specific differences in the adaptation of the sport heart becoming ever more profound with increasing endurance capacity. Despite higher load volume and increasing endurance capacity the heart size of elite athletes did not change significantly during the last 20 to 30 years. In juvenile and adult elite athletes we found a lose relation between heart content and essential performance diagnostical measurements being an expression of the complexity of long-term adaptation processes.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten Nachwuchssport
Veröffentlicht in:Zeitschrift für Angewandte Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Aachen 1997
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/sponet/178781.pdf
Jahrgang:4
Heft:2
Seiten:34-64
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch