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Analyse des Sichtungsprogrammes des Deutschen Hockey-Bundes für den D-Kaderbereich (männlich)

Für den Deutschen Hockey-Bund ist das Sichtungsprogramm ,Hockey männlich" zur Auswahl eines Förderkaders im Alter von 14/15 Jahren geeignet: ¨ Die Ergebnisse aus Diskriminanzanalysen belegen, daß die Leistungsunterschiede bei den Kontrollübungen zur Einteilung in besonders geeignete und weniger geeignete Spieler beitragen. Wenn die Sichtungsergebnisse beider Jahre zur Berechnung herangezogen werden und die Diskrimination nach der komplexen Spiel-Leistung erfolgt, haben neben der Leistung in der Kontrollübung SPIEL die sporttechnischen Leistungsvoraussetzungen SCHLAG und SCHLENZEN sowie die Einzeltaktik beim SPIEL AUF 4 TORE hohe Bedeutung für die Gruppenunterschiede. Die Rangfolge der Spieler anhand der Diskriminanzwerte stimmt gut mit der tatsächlichen Auswahl überein. Für die Kaderauswahl können somit die Ergebnisse der Diskriminanzanalyse unterstützend eingesetzt werden. ¨ Komplexe der Leistungsentwicklung zwischen 1993 und 1994 wurden mittels Faktorenanalyse extrahiert. Auf der Grundlage des KAISER-Kriteriums, wonach bei der Faktorenextraktion die Eigenwerte größer als 1 sein sollen, ist das Ergebnis ein Vier-Faktoren-Modell, das die Entwicklungen zu etwa _ erklärt. Dabei entfallen 32,6% auf den Faktor Technik/Einzeltaktik, weitere 18% auf den Faktor Raumorientierung, 14,8% auf die Verbesserung der Gruppentaktik und 9,8% auf die Schnelligkeit. ¨ Das Leistungsniveau bei den Kontrollübungen, das die Verbesserung der komplexen Spielleistung verursacht, wurde durch eine schrittweise multiple Regressionsanalyse gewichtet. Das Modell aus gewichteten Kontrollübungen erklärt die Verbesserung der Spielleistungen zu etwa 79%. Die Aufhellung der Entwicklungsaspekte muß jedoch vorläufig, wegen der geringen Anzahl von 18 Spielern mit Leistungsnachweisen über ein Jahr, noch als Verfahrenserkundung betrachtet werden. Die gegenwärtige Interpretation hat deshalb Voruntersuchungscharakter. Insgesamt ist das gesamte schrittweise Vorgehen geeignet, Stützgrößen für die Auswahlentscheidung zu liefern und damit die Förderung begabter Spieler aus punktuellen Analysen und Entwicklungsuntersuchungen zu begründen. Dem Versuch, programmimmanente Entwicklungsaussagen aufzudecken, lagen Erkundungsabsichten zugrunde. Interessante Resultate sind die Hinweise zu entwicklungsbedingenden und entwicklungsfördernden Leistungsvoraussetzungen im Sichtungsprogramm. Bei folgenden Untersuchungen müssen die einbezogenen Spieleranzahlen beträchtlich erhöht werden. Dazu ist eine weitere Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hockey-Bund wünschenswert.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Spielsportarten Nachwuchssport
Veröffentlicht in:Zeitschrift für Angewandte Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Aachen 1995
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/sponet/178010.pdf
Jahrgang:2
Heft:2
Seiten:111-125
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch