Trainingsfaktor Auge: Schnell vor scharf im Tennis
Die visuelle Wahrnehmung dient im Sport zur Orientierung, zur Kontrolle der Eigenbewegung und zur Erfassung von Fremdbewegungen. Bei den Sport- und Rückschlagspielen wie Volleyball und Handball oder Tennis, Tischtennis und Badminton dominiert vorwiegend reaktives und vorausberechnendes (antizipatives) Handeln auf der Basis von Informationen, die über die Augen aufgenommen werden.
Die Ergebnisse machen deutlich, daß die Sehleistung ein Faktor zur Erklärung von Leistungsunterschieden in den Sport- und Rückschlagspielen ist. Analog zu anderen leistungsbestimmenden Faktoren erscheint es daher notwendig, die visuelle Leistungsfähigkeit bei der Talentauswahl und Talentförderung als eigenständige Größe mit zu berücksichtigen und einer regelmäßigen Kontrolle im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung zu unterziehen. Nur so lassen sich möglichst frühzeitig individuelle Defizite in einzelnen Teilbereichen der Sehleistung aufdecken und - soweit möglich mit Sehhilfen (Brille oder Kontaktlinsen) - korrigieren.
Daneben ist in Anbetracht der komplexen visuellen Anforderungen in den Sport- und Rückschlagspielen eine stärkere Einbeziehung sinnesphysiologischer Erkenntnisse in die Trainingspraxis erforderlich. So sollte z. B. die nachgewiesene Trainierbarkeit der blickmotorischen Leistungsfähigkeit im Trainingsprozeß genutzt werden. Entsprechende Trainingsprogramme werden z. Zt. in Zusammenarbeit mit den Sportfachverbänden und Verbandstrainern entwickelt und auf Wirksamkeit überprüft.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Spielsportarten Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
1998
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| Online-Zugang: | http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rbin1_98/rubin5.htm |
| Dokumentenarten: | Forschungsergebnis |
| Level: | mittel |