4001957

Bei Leistungs-Turnerinnen ist die Pubertät um zwei Jahre verzögert

r. Edda Weimann und ihre Kollegen von der Klinik für Pädiatrie der Universität Frankfurt und dem Bundesleistungszentrum in Frankfurt haben 16 Mädchen im Alter zwischen 12,5 und 16 Jahren aus den C- und D-Bundesleistungskadern im Turnen untersucht (Sozialpäd u KiPra 18, 1996, 630). Die mittlere Trainingsdauer der Mädchen lag bei 22,5 Stunden pro Woche. Sie hatten im Mittel seit sieben Jahren trainiert. Die Wissenschaftler haben festgestellt, daß neun der untersuchten Mädchen wegen ihrer Körpergröße als inderwüchsig anzusehen sind. Auch die Pubertätsentwicklung war retardiert. Der pubertäre LH/FSH-Anstieg trat bei einem Durchschnittsalter von 14,2 Jahren auf. Dabei war die Menarche erst bei einem Mädchen eingetreten. Wird von einer Berechnungsgrundlage ausgegangen, daß bei einem positiven LH/RH-Quotienten die Menarche in den nächsten zwölf Monaten eintritt, so liegt dieser bei den Kunstturnerinnen zwischen 14 und 15 Jahren. Bei deutschen Mädchen tritt die Menarche jedoch zur Zeit bei 12,5 Jahren ein. Im Vergleich zu deutschen Durchschnittsmädchen war die Pubertätsentwicklung bei den Turnerinnen damit um zwei Jahre verzögert. In der Studie wurde außerdem festgestellt, daß nicht nur der Anteil des Fettgewebes für die pubertäre Reifung wichtig ist, sondern daß der Körper-Gewichts-Index signifikant mit dem LH/FSH-Quotienten korreliert. Damit müssen bestimmte Körperproportionen erreicht werden, um die vollständige Entwicklung zu induzieren.
© Copyright 1996 Ärztezeitung. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Nachwuchssport technische Sportarten
Veröffentlicht in:Ärztezeitung
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1996
Online-Zugang:http://www.aerztezeitung.de/de/htm/net/sport/220a1802.htm
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel