Evaluation der NRW-Sportschulen
Seit dem Beschluss zur Einrichtung der ersten fünf Sportschulen im Jahr 2006 (der 2011 auf 18 Schulstandorte erweitert wurde) verfolgt das Bundesland Nordrhein-Westfalen seinen Weg, um sportlich talentierten Mädchen und Jungen ein eigenes Modell der Verbindung von schulischer Ausbildung und leistungssportlichem Training und Wettkampf anzubieten. Dafür wurden Rahmenrichtlinien entwickelt, in denen durch das verantwortliche Landesministerium Vorgaben zu den Zielen, Inhalten und Organisationsformen der dualen Ausbildung gemacht wurden. In der vorliegenden Analyse untersuchen die Autoren sowohl die Frage, wie die praktische Umsetzung der Vorgaben an acht der Sportschulen erfolgt, sie gehen aber gleichzeitig der Frage nach, wie das Angebot der Sportschulen bei den Familien und in den Sportorganisationen angenommen wird. Für eine repräsentative Untersuchung wurden sechs Gymnasien und zwei Gesamtschulen ausgewählt, an denen die Zahl der Schülerinnen und Schüler wie auch der betreuten Sportarten (Individual- als auch Mannschaftssportarten) variiert und deren Einbindung in Organisationen des Sports ebenfalls unterschiedlich ist. Wesentlich war in gleicher Weise, dass Sportschulen untersucht wurden, die bereits 2007/08 eingerichtet worden wie auch solche, die erst einige Jahre später 2012/13 ihren Betrieb aufnahmen.
Die Ergebnisse werden auf zwei Ebenen präsentiert und diskutiert: Einerseits ist da die Ebene der einzelnen Sportschule. Hier wird deutlich, dass die Umsetzung der ministeriellen Vorgaben im lokalen, schulischen Rahmen letztlich eine Symbiose von generellen Strukturelementen mit individuellen, den Standortbedingungen entsprechenden Lösungen ist. Allerdings zeigten sich auch schulübergreifende Elemente, wie zum Beispiel die Rolle von Sportmentoren oder von Lehrertrainern, die in vielen Sportschulen erfolgreich zum Einsatz kamen. Die Autoren stellen in dieser Publikation die acht Schulen mit ihren Stärken und Problemen einzeln vor, diskutieren gefundene Lösungen und weisen auf Themen hin, an denen in der Gegenwart und Zukunft gearbeitet werden muss - zum Beispiel das Verhältnis von Sportschülern zu den zu erbringenden schulischen Leistungen.
Auf der Ebene der Gesamtevaluierung des Schulsportsystems in Nordrhein-Westfalen geht es sowohl um den Blick auf die grundsätzliche Umsetzung der Vorgaben als auch um die Akzeptanz und die Widerspiegelung des Schülerlebens an einer Sportschule. Bei einer überwiegend positiven Bewertung des Gesamtprogramms durch die Wissenschaftler, sehen diese aber noch deutliche Entwicklungspotenziale hinsichtlich eines einheitlichen und systematisch ausgearbeiteten Talentverständnis, aus dem sich dann konkrete Handlungsoptionen für die Weiterentwicklung der Sportschulen ergeben würden. Ein Baustein dazu würde die systematische und nachhaltige Erfassung von schulischen und sportlichen Entwicklungsdaten sein, die gefordert wird. Mit Blick auf die sportlichen und familiären Akteure an den Sportschulen Nordrhein-Westfalens, den Eltern, Schülern, Trainern und Lehrertrainern, zeigten sich sehr hohe Akzeptanz- und Zufriedenheitswerte mit Blick auf die Vereinbarkeit von schulischen und nachwuchsleistungssportlichen Anforderungen in Training und Wettkampf. Auch der Blick auf die sich ergebenden Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung und der Einbeziehung in sportliche wie auch in andere Gesellschaftsfelder werden überwiegend gesehen. Letztlich empfinden die sportlichen Akteure an den Schulen auch eine wichtige und hohe Akzeptanz für das was sie im Sport und an der Schule tun.
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| Notationen: | Schulsport Nachwuchssport Ausbildung und Forschung |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Aachen
Meyer & Meyer
2017
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| Online-Zugang: | https://www.amazon.de/s?k=Evaluation%20der%20NRW-Sportschulen |
| Seiten: | 192 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |