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Die Förderung des Nachwuchsleistungssports im System der DDR

Dem Leistungssport in der DDR wurde eine ausgeprägte politisch-ideologische Funktion zugeschrieben. Davon ausgehend wurde über mehrere Jahrzehnte hinweg ein System von Organisationen und Fördermaßnahmen entwickelt, um im internationalen sportlichen Wettkampf erfolgreich mit allen anderen Ländern konkurrieren zu können. Die dafür eingesetzten finanziellen, personellen, organisatorischen und wissenschaftlichen Potenziale waren einzig dem Ziel verpflichtet, bei internationalen Meisterschaften und Olympischen Spielen die angebliche Überlegenheit des sozialistischen Gesellschaftsmodells zu demonstrieren. Im Rahmen dieser leistungssportlichen Organisationsentwicklung wurde dem Nachwuchsleistungssport eine, in mehrerer Hinsicht herausragende Bedeutung zugemessen. Einerseits sollten mit dem landesweit organisierten einheitlichen System der Sichtung, Auswahl und Förderung sportlich talentierter Kinder aus einem zahlenmäßig (im Vergleich zu anderen, weit größeren Ländern wie die USA oder die Sowjetunion) relativ kleinen Pool an Mädchen und Jungen, alle (oder zumindest fast alle) identifiziert werden, die das perspektivische Potenzial von Medaillengewinnern in sich trugen. Verbunden damit war auch die politisch-ideologische Schulung dieser Kinder und Jugendlichen, um sie von der Systemüberlegenheit des Sozialismus zu überzeugen. Die dafür eingesetzten Maßnahmen der sog. Förderstufen 1-3 begannen mit einem mehrfach durchgeführten sportlichen Test von Schulkindern, von denen die talentiertesten in lokalen Trainingszentren eine erste vertiefte sportliche Ausbildung erhielten. Aus diesem Talentepool wurden dann im zweiten Schritt die Mädchen und Jungen ausgewählt, die an Kinder- und Jugendsportschulen geschickt wurden und verbunden damit ein nochmals spürbar intensiviertes Training in leistungssportlich orientierten Sportclubs erhielten. Parallel dazu wurde ein mehrstufiges Wettkampfsystem, die Spartakiadebewegung, organisiert, die auf lokaler Ebene begann und dann über die regionale (Bezirks)Ebene bis hin zur Landesebene, der DDR-Spartakiade führte. Verbunden mit der sportlichen Entwicklung wurde die Erziehung und Bildung der sportlichen Talente, um sie zu "guten DDR-Bürgern" zu machen, die ihr Land auch im Ausland sehr gut vertreten würden. In der vorliegenden Bachelorarbeit von David Arnold werden diese Prozesse innerhalb des DDR-Leistungssports und seines nachwuchsleistungssportlichen Subsystems des Kinder- und Jugend- und Nachwuchsleistungssports in kompakter Form präsentiert und mit interessanten Quellen, bspw. zur Zahl der identifizierten Talente und der geförderten Mädchen und Jugen in den verschiedenen Förderstufen ergänzt. Außerdem findet der Leser Informationen zur gesellschaftlichen Einordnung des Nachwuchsleistungssports in das gesellschaftliche Leben der DDR insgesamt, wie auch in das Bildungswesen des Landes und zu den leistungssportlichen Strukturen der DDR unter Führung und Kontrolle der SED und ihrer Organisationen, wie dem Staatssekretariat für Körperkultur und Sport und der Leistungssportkommission, die das Verständnis der Fördermaßnahmen und organisatorischen Strukturen insgesamt erleichtern. Einen direkten Link zur kostenlosen Vorschau zum Verlagsangebot finden Sie unter: http://hausarbeiten.de/faecher/vorschau/278569.html
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Nachwuchssport Theorie und gesellschaftliche Grundlagen Leitung und Organisation
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: München GRIN Verlag 2014
Online-Zugang:http://hausarbeiten.de/faecher/vorschau/278569.html
Seiten:42
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel