Herzfrequenzvariabilität (HRV) im Kindes- und Jugendalter - Entwicklungsdynamik, gesundheitsprognostische Wertigkeit und Einflussnahme körperlicher Aktivität

Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) im Kindes- und Jugendalter ist gekennzeichnet durch eine hohe vagal-vermittelte respiratorische Sinusarrhythmie (RSA), weist eine dynamische, nicht-lineare Entwicklung mit starken inter- und intraindividuellen Schwankungen auf und tendiert zu einer Plateaubildung ab dem Vorschulalter/frühen Schulkindalter. Ab der Adoleszenz bzw. dem jungen Erwachsenenalter ist dann eine systematische HRV-Reduktion bis ins Seniorenalter festzustellen. Die HRV-Diagnostik bietet im Kindes- und Jugendalter grundsätzlich vielfaltige Einsatzmöglichkeiten, ist allerdings adäquat an die spezifische Altersgruppe anzupassen. Dabei sollte mit hoher methodischer Standardisierung, adäquater Parametrisierung (insb. Atemrhythmus beachten) und altersgemäßer Kontrollgruppe gearbeitet werden. Bereits etablierte Anwendungsfelder der HRV-Diagnostik im Kindes- und Jugendalter sind die Gesundheitsdiagnostik und Risikostratifizierung bei Adipositas und Diabetes sowie das psychophysiologische Stressmanagement. Ein viel versprechender zukünftiger Einsatzbereich ist in der Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung zu sehen, wobei hier noch weitere umfangreiche Studien notwendig erscheinen.
© Copyright 2010 Training und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Aktuelle Beiträge zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Ferdinand Klimt. Veröffentlicht von Feldhaus, Ed. Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Nachwuchssport Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Training und Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Aktuelle Beiträge zu Ehren von Prof. Dr. Dr. Ferdinand Klimt
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Feldhaus, Ed. Czwalina 2010
Schriftenreihe:Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 196
Seiten:153-170
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch