Talentanalyse junger leichtathletischer Mehrkämpfer anhand eines Talentidentifikationssystems - TIS

Im Rahmen des Projekts "Talent in der Leichtathletik" am Institut für Sportwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin laufen seit dem Jahr 2000 verschiedene Projekte, die sich mit der Problematik der Talenterkennung und der weiterführenden Talentförderung beschäftigen. Zentraler Punkt ist dabei die Rolle des Talents im Sport. Wenn man sich Fragen zur Rolle des Talents im Sport stellt, wird deutlich, welche Komplexität im Gesamtkontext von "Talent im Nachwuchsleistungssport" damit verbunden ist. Mit dieser Thematik haben sich eine Vielzahl von Autoren befasst: "Talentauswahl mit Hilfe der Wissenschaft? Strategien und ihre möglichen Folgen" (Wendland,1984). Umfangreiche Studien zum Kinder- und Jugendsport, Realitäten, Wünsche, Tendenzen wurden durch Crasselt, Forchel, Kroll und Schulz (1990) durchgeführt und analysiert. Mit dem Begriff sportliches Talent, gemeint ist Talenterkennung, Talentförderung und Talentperspektiven, setzte sich Joch (1992) auseinander. Kupper (1993) untersuchte theoretische und methodologische Ansätze der Talenterkennung im Sport. Mitte der 90er Jahre publizierten Ostrowski, Rost und Stark (1995) ihre Einsichten zu Ermittlung vielseitiger allgemein-sportlicher Leistungsvoraussetzungen für die Talentsuche und -förderung. Hohmann (2001) erarbeitete leistungs-diagnostische Kriterien des sportlichen Talents und im aktuellsten Kontext die Entwicklung sportlicher Talente an sportbetonten Schulen (2009). Es gilt an diese Positionen anzuknüpfen und daraus zukunftsweisende Modelle, Konzeptionen und eine nachhaltige Basis bzw. ein Fördersystem im Nachwuchsleistungssport zu generieren. Als Ziel unserer Projektarbeit galt es in Einzelfallanalysen von drei talentierten Leichtathleten, diese im Längsschnitt unter dem Kriterium " Wer ist der Talentierteste?" zu analysieren und zu evaluieren. Die Projektarbeit stellt lediglich einen Versuch dar, aus einer Fülle von erhobenen Daten, teils unterschiedlicher Tests entnommen, Informationen sowie Prognosen über die Leistungen der Sportler vergleichbar und dementsprechend verwertbar zu machen. Auf die spezifischen Testbatterien wird nachfolgend differenziert eingegangen. Aus der Problematik im Umgang bzw. der Verwertbarkeit mit den erhobenen Daten und der limitierten Stichprobengröße, entwickelten wir neue Ideen und Vorstellungen eines gesamtheitlichen Systems zur Talentidentifikation, welches einer größeren empirisch untersuchten Stichprobe selbstverständlich bedarf.
© Copyright 2009 Perspektiven für die Leichtathletik - Nachwuchsarbeit und Differenzielles Lehren und Lernen. Symposium der dvs-Kommission Leichtathletik vom 9.-10. Oktober 2008 in Mainz. Veröffentlicht von Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Kraft-Schnellkraft-Sportarten Trainingswissenschaft
Veröffentlicht in:Perspektiven für die Leichtathletik - Nachwuchsarbeit und Differenzielles Lehren und Lernen. Symposium der dvs-Kommission Leichtathletik vom 9.-10. Oktober 2008 in Mainz
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Czwalina 2009
Schriftenreihe:Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 194
Seiten:108-119
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel