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Fraga H-C om träning

(Fragen an H-C zum Training)

Der für das Training der schwedischen Skilanglauf-Nationalmannschaft verantwortliche Trainingswissenschaftler H.-C. Holmberg beantwortet Fragen: - zum Training im Juniorenbereich: In den letzten 5 Jahren haben einige der besten Junioren in ihrem letzten Juniorenjahr mehr als 600 Stunden trainiert. Es hat immer Läufer gegeben, die mehr als andere trainiert haben. Einige von diesen sind dann auch als Senioren richtig gut geworden (z.B. Mathias Fredriksson). Man kann aber keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Trainingsumfang im Juniorenalter und den Leistungen bei JWM erkennen. Wir hatten Läufer, die um die 400 Stunden trainiert haben und andere, die 700 Stunden trainiert haben. Deutlich wird allerdings, dass es heute deutlich weniger Junioren als früher gibt, die viel trainieren. - zur Stocklänge: Vor zwei Jahren haben wir die Juniorennationalmannschaft untersucht und ermittelten einen Koeffizienten (Stocklänge/Körpergröße) von 0.90 für das Skating und 0.84 für den klassischen Stil sowohl für die Frauen als auch für die Männer. Und es gab nur eine geringe Variationsbreite in der Trainingsgruppe....Heute misst man den Abstand zwischen den Riemen am Stock und dem Schulterdach. Im klassischen Stil sollten beide Messpunkte auf einer Höhe sein, im Skating liegt der Normalwert bei 10 cm... Und dann sollte man sich das Loipenprofil ansehen, da auch dieses die Stocklänge mitbestimmt. - zur Vergleichbarkeit von Trainingsumfängen: 600 Stunden in den achtziger Jahren bedeuteten 600 Stunden auf Skirollern oder mit der klassischen Technik auf Schnee. Heute wird ein Verhältnis von 50:50 zwischen freier und klassischer Technik trainiert. In den achtziger Jahren wurde fast kein Krafttraining mit Gewichten durchgeführt. Heute trainieren die meisten Läufer der Leistungsspitze zwei- bis dreimal wöchentlich Kraft mit Gewichten. In den achtziger Jahren wurde das Training in Distanz- und Intervalltraining unterteilt, wobei letzters als intensive Belastung betrachtet wurde, die regelmäßig zur Erholung unterbrochen wurde. Heute versucht man, so genau wie möglich die Intensitätsbereiche zu notieren, in denen trainiert wird (AI bis AIII+), um dann im Nachgang das Training besser analysieren zu können. - zu einem Muster-Trainingslager in Ramsau für Hochleistungsläufer Tag 1: Anreise Tag 2: Vormittag (VM) Distanztraining 2 Std. Gletscher Nachmittag 1 (NM1) Lauf AI 1.30 Std. Tag 3: VM Distanztraining 2 Std. Gletscher NM1 Technik Skiimitationsübung 15-20 Min. AII/AIII Nachmittatg 2 (NM2) Diagonaltechnik 3x10 Min/2.30 Std. AIII Tag 4: VM Distanztraining 2 Std. Gletscher NM1 STY 30 Min + Lauf AI 1.30 Std. NM 2 Radfahren AI 2.00 Std. Tag 5: Erholung Tag 6: VM Distanztraining 2 Std. Gletscher NM1 Technik Skiimitation Schladming AIII/AIII+, die mit 7-8 Serien Sprüngen a 10 sek. als Imitationsübung eingeleitet werden Tag 7: VM Distanztraining 2 Std. Gletscher NM1 RS K 1.30 Std. AI/AII Stockeinsatz NM2 Laufen mit Stöcken 1.30-2.00 AI/AII Tag 8: VM Distanztraining 2 Std. Gletscher NM1 STY 30 Minuten + Lauf AI 1.00-1.30 NM2 RS F 3x10/2.30 AIII Tag 9: VM Distanztraining 2.00 Std. Gletscher NM1 Lauf AI 1.30-2.00 Std. NM2 Radfahren AI 2.00 Std. Tag 10: Abreise - zur Frequenz des Stockeinsatzes: Diese hat sich in den letzten Jahren erhöht. Wir haben am Wintersportzentrum in Östersund interessante Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Stock- und Atemfrequenz gemacht, deren Ergebnisse sehr praktisch zur Leistungsverbesserung genutzt werden können: - zum Krafttraining mit Geräten: Heute arbeiten wir in der Nationalmannschaft mehr mit freien Gewichten. Dies sollte schon in jüngeren Jahren unter der Sicht der Technikerlernung und 8 bis 15 Wiederholungen begonnen werden. Bei höheren Lasten sollte die Wiederholungszahl dann auf 1 bis 6 reduziert werden.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Nachwuchssport
Veröffentlicht in:Svensk Skidsport
Sprache:Schwedisch
Veröffentlicht: 2003
Jahrgang:34
Heft:6
Seiten:42-44
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch