A theoretical basis of a development related age group program
(Eine theoretische Grundlage für ein entwicklungsbezogenes Nachwuchs-Programm)
Zur Gestaltung des Trainings junger Schwimmer im Bereich zwischen Anfängertraining und Elite.
Verf. plädiert für die Einbeziehung der speziellen physio-biologischen Eigenheiten der Kinder und Jugendlichen bei der Konzeptionierung und Durchführung des Trainings.
Kernsätze: Schwimmtraining im Nachwuchsbereich ist mehr als Schwimmen! Es sollten vielfältige Trainingsmittel und Belastungsformen eingesetzt werden, um das physische und psychische Potential langfristig auszuschöpfen und den Sportler athletisch auf breitester Ebene vorzubereiten (ansonsten wird Erfolg zwar möglicherweise schnell, jedoch nicht dauerhaft erzeugt).
Notwendig ist die Integration der Ausbildung mentaler und emotionaler Eigenschaften, da eine hohe Relation zwischen diesen Faktoren und der sportlichen Leistung erwiesen ist.
Neben dem disziplinspezifischen Training sollte einer allgemeinen sportlichen Ausbildung hohe Priorität eingeräumt werden, da diese die Grundlage für Spitzenleistungen in einer Sportart bildet.
Priorität im Nachwuchstraining haben Technikausbildung, koordinatives Training und motorisches Lernen.
Der Verlauf der biologischen Entwicklung und das Training haben stärkeren Einfluss auf die Ausprägung spezieller Eignungen (z.B. für eine Schwimmart oder spezielle Strecken) als das (angenommene) Talent.
Mit der körperlichen Entwicklung sollte das Erlernen der koordinativen Möglichkeiten einhergehen.In jeder Trainingsperiode sollten zumindest einige neue Bewegungsmuster erlernt werden. Die Motorik muss den sich verändernden körperlichen Voraussetzungen angepasst werden. Gerade im Schwimmen ist es eine Herausforderung für den Trainer, möglichst vielfältige Bewegungs- und Organisationsformen im Training einzusetzen, da die Nutzungsmöglichkeiten anderer Sportarten für das Schwimmen relativ begrenzt sind.
Untersuchungen ergaben, dass hohe Trainingsbelastungen in frühen Altersstufen sich nachteilig auf eine langfristige Leistungssteigerung auswirken und damit frühzeitige Dropouts nach sich ziehen.
Erwiesen ist, dass das Training spezifischer motorischer Fertigkeiten in Phasen plötzlicher starker Entwicklungen von Körperorganen eine gute Adaptation dieser Organe bewirkt. Diese Entwicklungsphasen ("kritische Phasen") sollten optimal ausgenutzt werden. Das sportspezifische Training junger Schwimmer verläuft daher im Idealfall entlang seiner körperlichen Entwicklung und basiert auf drei Grundlagen:
1. Die Belastungsanforderungen orientieren sich an der natürlichen Entwicklung des jungen Sportlers und sind langfristig ausgerichtet.
2. Andere soziale Bedürfnisse des jungen Sportlers (weitere Interessen, Freunde etc.) dürfen nicht aus dem Leben des jungen Sportlers ausgegliedert werden.
3. Der Schwimmer benötigt Selbstvertrauen und festen Glauben an den Erfolg seines Trainings. Erfolge helfen ihm dabei.
Für die Trainingsplanung und Belastungsgestaltung im Nachwuchsbereich ist es erforderlich, dass der Trainer sich auskennt in den Unterschieden in der Entwicklung von Mädchen und Jungen sowie der Individualität der Entwicklung.
Grundsatz im Nachwuchstraining ist, dass das Training durch die individuelle Entwicklung des Sportlers gesteuert wird.
Abb. S. 62: Kritische Perioden für das Schwimmen entscheidender Fähigkeiten und wichtigste Ziele im Bereich des motorischen Lernens in diesen Phasen
Tab. 1-4 S. 63-64: Entwicklungsbezogenes Nachwuchs-Trainingsprogramm (Phase, Quantität, Ziele, inhaltliche Hauptaspekte)
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten Nachwuchssport |
| Veröffentlicht in: | Australian Swimming Coach |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1997
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| Jahrgang: | 13 |
| Heft: | 6 |
| Seiten: | 60-64 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |