An endurance training progression for maturation - elite level age groupers
(Ausdauertrainingsentwicklung für Spitzen-Nachwuchsschwimmer in der Geschlechtsreife)
Die Ausdauerentwicklung beginnt bereits, nachdem der Schwimmer den Bewegungsrhythmus, die Schwimmtechnik und die Atemmuster erlernt hat.
Voraussetzung: Liebe zum Schwimmtraining und Wettkampfhunger. Die Ausdauerentwicklung erfolgt hauptsächlich durch aerobes Training: Absolvieren höchstmöglicher Umfänge in kürzester Zeit mit minimalen Erholungspausen, wobei die Herzfrequenz zwischen 30 und 50 Schlägen unter der maximalen Hf liegt. Der Sportler hält dabei die geforderte saubere Technik durch und ist zum Beginn der nächsten TE vollständig wiederhergestellt. (Jüngere Sportler und Frauen sollten dabei häufiger höher belasten als 40 Schläge unter Hfmax, da sie über eine schnellere Wiederherstellungsgabe verfügen.)
Dieses Jahr der Schaffung der aeroben Basis sollte im Alter von etwa 13 Jahren (Jungen) bzw. 14 Jahren (Mädchen) liegen. Verf. wendet ein Trainingsprogramm an, das 2400 km/Jahr mit 44 Trainingswochen und insgsamt 900 Trainingsstunden umfasst. Die Wettkämpfe kommen zu diesem Standard hinzu. Hier gilt als Faustregel: 13 Wettkämpfe/Jahr für 13-Jährige, 14 für 14-Jährige,...
Mit Ausnahme der 200-m-Brustschwimmerinnen sowie der 800- (Frauen) und 1500-(Männer)-m-Spezialisten erreicht die Mehrheit der Schwimmer ihr Spitzenniveau um das 18. bis 20. Lebensjahr. Frauen profitieren auf Grund ihrer geringeren Muskelmasse und der besseren Wiederherstellungsfähigkeiten in höherem Maße von einer längeren und kontinuierlicheren aeroben Grundlage, was meist nicht beachtet wird.
Die Erfahrung des Verf. zeigt, dass keine Notwendigkeit des Einsatzes hochqualitativer Ausdauer-Sets vor dem 13. Lebensjahr erforderlich ist. Der Großteil des Trainings sollte auf die aeroben und technischen Grundlagen gerichtet sein, es bedarf kaum herzfrequenzgesteuerten Trainings, dafür sollten Belastungen mit kurzen Erholungspausen sowie Überdistanzbelastungen in verschiedenster Form eingesetzt werden.
Grobe Faustregel für die Belastungsverteilung:
70 % des Gesamtumfangs - aerobes Training bei 70 % VO2
20 % des Gesamtumfangs - Ausdauertraining, einschl. Sets hoher Qualität
10 % des Gesamtumfangs - Schnelligkeits- und Qualitätstraining
Hinweise:
1. Kein Tapering für Nachwuchssportler - lediglich Erholen und Formen!
2. Höhere Umfänge und Intensität im aeroben Training für Frauen.
3. Bis auf wenige Ausnahmen (200 m B Frauen sowie 800 bzw. 1500 m F) benötigen Nachwuchsschwimmer keine speziellen Hochleistungs-Ausdauer-Sets.
4. Herantasten an Hochleistungs-Sets, z. B. sind zu erreichen 45x100 mit 1:20 bei beliebiger HF bzw. 30x100 bei 1:45/2:00 bei HF von 20 unter Hfmax.
5. Variieren der Stimuli (Hf, Geschwindgkeit, Wiederherstellungszeit, Länge der Sets, Anzahl der Wiederholungen)!
6. Rückenschwimmen bietet sich als Stilart zur Entwicklung einer aeroben Grundlage an.
7. Umsetzen negativer Splits im Training für Strecken ab 200 m, insbesondere bei Frauen! Alle Schwimmer sollten zumindest gleiche Splits trainieren!
8. Jeder 13- bis 14-Jährige sollte zum 400-m-Lagenschwimmer entwickelt werden, anschließend erfolgt die Spezialisierung und damit die Spezialisierung des Trainings für die ausgewählte Disziplin. (Zurückhalten von zwei ausdauerorientierten Disziplinen - Plateaubildung zur Maturation.)
9. Statt Umfangsspitzen sollte der Durchschnittsumfang kontinuierlich über einen längeren Zeitraum gesteigert werden.
10. Erholung/Adaptation sollten im Nachwuchsbereich vom Bedarf bestimmt werden.
11. Dem Schwimmer sollte nacheinander die Steuerung folgender Parameter vermittelt werden:
- Anzahl der Züge
- Tempogestaltung
- Tempogestaltung und Anzahl der Züge
- Maximale Herzfrequenz
- Herzfrequenz im Verhältnis zur Geschwindigkeit
- Anzahl der Züge, Zugfrequenz im Verhältnis zur Geschwindigkeit
- Geschwindigkeit im Verhältnis zur Herzfrequenz
- eine Kombination all dieser Faktoren.
12. Ein erwachsener Sportler mit einer soliden aeroben Grundlage reagiert viel schneller auf einen Trainings- oder Wettkampfreiz als einen Nachwuchsschwimmer oder ein Schwimmer ohne diese Grundlagen.
13. Eine hohe Effektivität bei niedriger Geschwindigkeit ist die Voraussetzung für eine hohe Effektivität bei hoher Geschwindigkeit. Technikentwicklung kann bei aeroben Geschwindigkeiten in jungem Alter erfolgen.
14. Die Zweitschwimmart sollte für eine Wettkampfstrecke über der vermeintlich besten Strecke trainiert werden.
15. Bis auf wenige sehr talentierte Ausnahmen sind in der Mehrzahl der Fälle Hochleistungsausdauertests vorteilhafter durchzuführen bei einer konstanten Geschwindigkeit und/oder Herzfrequenz.
16. Für Langstreckler, die einen Zweier- oder Überkreuzbeinschlag bevorzugen, muss die Kombination Eintritt linke Hand - Abwärtsschlag rechter Fuß und umgekehrt mit der gleichen Stärke eines Delphinbeinschlags durch aerobe Trainingssets und Hochleistungs-Ausdauerbeintrainingssets trainiert werden.
Verf. empfiehlt eine zweite Phase der konzentrierten Entwicklung der aeroben Ausdauer im ersten Seniorenjahr, d.h. im Alter von 16-17 Jahren. Richtlinie dabei sind 2000 km in 44 Trainingswochen in einer etwas geringeren Anzahl an Trainingseinheiten (ca. 800). Normalerweise geht das Training über 46-48 Wochen im Jahr, die zwei aeroben Jahre bilden eine Ausnahme.
Hochleistungs-Ausdauersets können erst dann nutzbringend eingesetzt werden, wenn alle oben genannten Schritte erfolgt sind. Bis auf einige wenige männliche Sprinter und die Brustschwimmerinnen sollten diese Sets nur einen geringen Teil abfallende Arbeit beinhalten, in der Streckenlänge der Wiederholungen sowie in der Art des Stimulus (z.B. Hf, Geschwinidgkeit, Länge der Sets, Länge der Erholungsphasen) variieren. Die Wirkung dieses Trainings kann durchaus verzögert eintreten, z.B. erst ein Jahr nach dem erwarteten Ergebnis. Die Sets können komplettiert werden duch Beintraining, Widerstandstraining, Armtraining und Drills.
Bei der Durchführung der Sprinttests (10x50, 5x100, 2x200, 1x400 m) muß die "individuelle Testgeschwindigkeit" festgestellt werden. Vier Testsets werden vorgestellt.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten Nachwuchssport |
| Veröffentlicht in: | Australian Swimming Coach |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1997
|
| Jahrgang: | 13 |
| Heft: | 6 |
| Seiten: | 16-18 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |