Hüfte und Sport. Empfehlungen von Sportarten aus orthopädisch-unfallchirurgischer und sportwissenschaftlicher Sicht
Die menschliche Fortbewegung lebt von der Funktions- und Leistungsfähigkeit der Gelenke. Die Hüftgelenke zählen zu denen, die in diesen Prozessen eine sehr wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus sind sie an einer Vielzahl weiterer Bewegungen aktiv beteiligt. Herausragende Bedeutung besitzen sie im Sport, man denke nur an solche Sportarten wie Gerätturnen oder Wasserspringen, aber auch in allen Spielsportarten, in den Ausdauersportarten wie zum Beispiel dem Schwimmen oder Eisschnellaufen sind Leistungen ohne Beteiligung der Hüftgelenke nicht vorstellbar. Sie werden also sowohl im Alltag als auch im sportlichen Training und Wettkampf sehr intensiv, vielfältig und ausdauernd belastet. Zur Entwicklung einer entsprechenden Leistungsfähigkeit und zu derem langfristigen Erhalt sind sowohl präventiv gezielte Maßnahmen notwendig, aber auch belastungsbegleitend. Dies wiederum setzt voraus, dass Trainer, Ärzte, Physiotherapeuten und die Sportler selbst über entsprechende Fachkenntnisse verfügen, um einen sinnvollen Belastungsaufbau zu gestalten, um Fehlbelastungen und Dysbalancen zu vermeiden, um altersgerecht zu belasten oder auch in Phasen der Wiederherstellung nach sehr intensiven Belastungen oder Verletzungen die Hüftgelenke nicht zu "überfordern" und damit bleibende Schäden zu verursachen.
Im vorliegenden Buch präsentieren zwei anerkannte Orthopäden, Jörg Jerosch und Jürgen Heisel, ihr Wissen und ihre Erfahrungen in allen wichtigen wissenschaftlichen Teilbereichen mit Anknüpfungspunkten für die Hüftgelenke. Dabei gehen sie auf die positiven Wirkungen körperlich-sportlicher Aktivitäten zur Förderung des Stoffwechsels im Gelenk, zur muskulären Leistungsförderung und -erhaltung genauso ein wie auf die Risiken und Probleme, die sich im Altersgang für die Gelenke durch sportliche Aktivitäten ergeben können. Sie zeigen aber auch, mit welchen, auch Bewegungs-Interventionen bei bereits geschädigten Gelenken das Fortschreiten degenerativer Prozesse gezielt beeinflusst, verlangsamt werden kann.
Am Anfang dieser prophylaktischen und auch therapeutischen Maßnahmen sollte stets eine umfassende und fachlich fundierte sportmedizinische Diagnostik stehen, mit der die Funktionen insgesamt, der Bewegungsumfang untersucht werden.
Bei dieser Diagnostik wird die (senso)motorische Leistungsfähigkeit des Hüftgelenks ermittelt, werden Probleme und Schäden aufgedeckt, aber auch erste Ansätze für Interventionen ermittelt.
Die Liste der möglichen Hüfterkrankungen ist sehr lang. Im Buch werden nicht weniger als 22 von ihnen genauer mit ihrer Ätriopathogenese, der klinischen Diagnostik, geeigneten Maßnahmen und den insbesondere im Zusammenhang mit sportlichen Aktivitäten zu beachtenden Aspekten vorgestellt. Die Erkrankungen umfassen
- kongenitale Hüftplasie,
- Morbus Perthes,
- Epyphysiolyis capitis femori,
- Femoroazetabuläres Impingement,
- transiente Osteoporose,
- Hüftkopfnekrose,
- Koxarthrose,
- rheumatische Hüftaffektion,
- endoprothetischer Hüftgelenksersatz,
- traumatsiche Hüftluxation,
- proximale Femurfraktion,
- Azetabulumfraktur,
- Verletzungen des Labrum acetabulare,
- Infektion des Hüftgelenks,
- Arthrodese des Hüftgelenks,
- Ruptur des M. iliosoas,
- Osteitis pubis,
- Adduktorentendinose,
- Apophysitis der Spina iliaca anterior,
- Bursitis trochanterica,
- Abduktorendinose,
- Verletzungen der ischikruralen Muskulatur.
Im folgenden Kapitel wird dann konsequent die Perspektive gewechselt, werden Hüfterkrankungen aus der Sicht von mehr als 30 Sportarten, vom alpinen Skisport und dem Badminton über Eishockey und Fußball, Gewichtheben und Handball bis zum Kampfsport, Schwimmen und Skilaufen betrachtet. Dazu werden, basierend auf dem sportartspezifischen Belastungs- und Bewegungsprofil der Hüfte, die Erkrankungen beschrieben, die am häufigsten in der Sportart auftreten.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
Deutscher Ärzte-Verlag
2009
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| Ausgabe: | Köln: Deutscher Ärzte-Verlag, 2009.- 187 S. |
| Seiten: | 189 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |