Einfluß von Höhentraining auf physiologische und molekulare Parameter. Auswirkungen eines Hypoxietrainings auf die migratorischen Eigenschaften von Mesenchymalen Stammzellen und die physiologische Leistungsfähigkeit

Kontrolliertes Training zeichnet sich durch ein ausgewogenes Verhältnis von Belastungs- und Regenerationsphasen aus. Hauptziel der Regeneration ist das Auffüllen von Energiespeichern und die Wiederherstellung verletzter Gewebe, welche unter der Beteiligung von Stammzellen abläuft. Mesenchymale Stammzellen (MSC) können sich in Knochen-, Knorpel- und Muskelgewebe differenzieren und somit zur Wiederherstellung dieser Gewebe beitragen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Auswirkungen eines Hypoxietrainings auf die migratorische Aktivität von MSC zu untersuchen. Sehr gut trainierte jugendliche Schwimmer des Nachwuchskaders aus Nordrhein-Westfalen waren die Probanden für diese Untersuchung. Die Höhengruppe trainierte drei Wochen in einer Höhe von 2.300 m, die Kontrollgruppe zeitgleich drei Wochen auf Meeresniveau. Sechs Tage vor, am 3. und 17. Tag des Trainingslagers sowie am 4. und 11. Tag nach dessen Beendigung wurde den Probanden Blut abgenommen. Vor, während und nach dem Trainingslager wurden auch Leistungsdiagnostiken durchgeführt. Für beide Gruppen konnte eine nicht signifikante Verbesserung der VO2max und der Laktatschwellen ermittelt werden. Die Schwimmleistung verbesserte sich bei den Mitgliedern der Höhengruppe deutlich stärker, wobei eine sehr starke Individualisierung der Leistungsentwicklung festgestellt wurde. In dieser Gruppe wurden während des Höhentrainingslagers bis zur Untersuchung elf Tage nach Beendigung des Höhenaufenthalts deutlich gestiegene Werte für Hämoglobin und Hämatokrit ermittelt. Auch der Wert für den löslichen Transferrin-Rezeptor war nach einigen Tagen in der Höhe signifikant erhöht, was auf eine gesteigerte Erythrozytenproduktion hinweisen kann. Bei der migratorischen Aktivität der MSC lagen die Werte für beide Gruppen nach den Leistungsdiagnostiken höher. Für die Höhengruppe fällt dieser Wert während des Trainingslagers größer als bei der Kontrollgruppe aus, bei der der Wert sich kaumänderte. Die Konzentrationsveränderungen wurden aber primär den aktuellen Belastungen der Leistungsdiagnostik zugeschrieben und nicht dem durch den Höhenaufenthalt erzeugten Reiz.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft Nachwuchssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Saarbrücken Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften 2010
Ausgabe:Saarbrücken: Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, 2010. - 105 S.
Seiten:105
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch