2010

Talententwicklung beim Fußball: Eine vergleichende Studie in China und Deutschland

Die Voraussetzungen im deutschen und chinesischen Fußball scheinen sehr unterschiedlich zu sein, zum Beispiel was die Zahl der aktiven Fußballspielerinnen und -spieler, die Traditionen und den Stellenwert des Fußballs im Vergleich mit anderen im jeweiligen Land betriebenen Sportarten, was die Förderstrukturen und -organisationen im Nachwuchssport oder auch das Leistungsniveau sowohl in den verschiedenen Altersgruppen des Nachwuchstrainings als auch den Hochleistungsbereich betrifft. Mit der vorliegenden Arbeit werden individuelle und durch Umwelt (zum Beispiel das Führungsverhalten von Trainern oder ein motivationales Trainingsklima) beeinflusste psychologische Variable deutscher und chinesischer Jugendfußballspieler in der Entwicklungsphase der sportlichen Karriere untersucht, um den Prozess der psychologischen Talententwicklung in verschiedenen Kulturen zu überprüfen. Eines der dabei verfolgten Ziele ist die Ermittlung der psychologischen oder sozialen Faktoren, die die Talententwicklung beeinflussen können. Die unterschiedlichen weltanschaulichen, kulturellen, pädagogischen und sportlichen Denk- und Handlungsansätze in der chinesischen und deutschen Gesellschaft wie auch in den Sportorganisationen haben zu Unterschieden bei den psychischen Variablen zwischen deutschen und chinesischen Spielern geführt. Dies wurde in allen drei untersuchten Altersgruppen festgestellt und betrifft beispielsweise solche Themen wie Einstellungen der Fußballer zu sich selbst ("Bin ich talentiert?"), zum Trainings- und Wettkampfbetrieb (z. B. Zielorientiertheit sportlicher Aktivitäten, Wettkampfangst, Copingstrategien) und Selbsteinschätzung. In der Folge stellt sich der Autor das Ziel, anhand der Untersuchungsergebnisse mögliche Unterschiede und Gründe für diese zu klären. Das Karrieremodell von Salmela (1994) dient als eine Rahmenstruktur für die vorliegende Arbeit und wird von vorliegenden Untersuchungen überprüft. Mit Follow-up Untersuchungen wurden insgesamt 522 männliche Jugendfußballspieler (im Alter von 13-18 Jahren) und 99 Trainer in der Stadt Leipzig, in Deutschland und in Qin Huang Dao (China) zu zwei unterschiedlichen Messzeitpunkten befragt. Zur Auswertung der Ergebnisse wurden zwei verschiedene Varianzanalysen in Hinsicht der querschnittlichen und längsschnittlichen Betrachtung eingesetzt. Daraus werden die aus den theoretischen aufgearbeiteten Ergebnissen der psychologischen Variablen abgeleitet.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Spielsportarten Nachwuchssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Berlin Lehmanns Media 2010
Ausgabe:Berlin: Lehmanns Media, 2010.- 174 S.
Seiten:174
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch