Zum Einfluss der Lateralität in zyklischen Sportarten. Leistungsreserve oder unbedeutendes Phänomen?
In zyklischen Sportarten wie Kanurennsport, Rudern, Skilanglauf, Radsport oder Schwimmen sind möglichst gleichmäßig ausgeprägte konditionelle und koordinative Fähigkeiten bei den arbeitenden Körperextremitäten wichtig für die sportliche Leistung. Eventuell auftretende deutliche Unterschiede in der Leistungsfähigkeit zwischen den Körperextremitäten beider Seiten können entsprechend negative Auswirkungen auf die sportliche Leistung haben.
In der vorliegenden Dissertation wird am Beispiel des Kanurennsports, also eine zyklischen Sportart, untersucht, welche Konsequenzen sich aus Leistungsunterscheiden paariger Extremitäten ergeben können, d. h. welche Bedeutung die Lateralität für die korrekte Ausführung sportartspezifischer Bewegungsabläufe haben kann. Dies ist wiederum gerade im Kanurennsport eine wichtige trainingswissenschaftliche Fragestellung, da Abweichungen in der zeitlich-dynamischen Bewegungsstruktur zwischen den beiden Körperseiten unmittelbare Auswirkungen auf die zu durchfahrende Strecke und damit auf das sportliche Endergebnis haben können. Ziel ist es, die gesamte eingesetzte Kraft in den An- und Vortrieb zu investieren und Abweichungen zu vermeiden. Es ist bekannt, dass es nur wenigen Kanuten gelingt, synchrone Bewegungsmuster zwischen linker und rechter Seite zu realisieren, dass die meisten sowohl mit muskulären Dysbalancen "zu kämpfen" haben wie auch mit den Auswirkungen für die sportliche Bewegung und Leistung. An einer Population von 275 Kajak- und Canadierfahrern des Nachwuchsbereichs wurden deshalb über mehrere Jahre Bewegungs- und Trainingsanalysen durchgeführt. Diese konzentrierten sich auf die Ermittlung von Kraftdifferenzen zwischen den linken und rechten oberen Extremitäten (Maximalkraft, Schnellkraft, Schnellkraftausdauer) und den sportartspezifischen Leistungen unter Labor- und Feldbedingungen (Kraftverläufe am Messpaddel). Ergänzend wurden Fahrzeiten über 250 m und 2.000 m ermittelt.
Die ermittelten Ergebnisse zeigen einen Trend der im Altersverlauf ansteigenden Differenz der Mittelwertunterschiede der Maximalkraft zwischen dem linken und rechten Arm beim statischen Maximalkrafttest. Rechtshänder verfügten in ihrer bevorzugten Extremität auch über ein höheres Kraftniveau. Allerdings gab es auch Probanden, bei denen die höhere Maximalkraftleistung von einem in den anderen Arm wechselte. Und es konnten auch keine eindeutigen Befunde zur Leistungsdominanz einer Extremität vorgelegt werden. Wichtig ist auch der Befund der EMG-Analyse, dass es zwischen Labor- und Feldbedingungen Unterschiede hinsichtlich der muskulären Aktivität gibt, wobei die Feldbedingungen eine höhere muskuläre Aktivität und Leistung erfordert und es zu Abweichungen vom Idealbild des Kraftverlaufs beim Paddelschag kommt (Auswirkungen externer Faktoren).
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| Notationen: | Ausdauersportarten Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin Nachwuchssport |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Saarbrücken
VDM Verlag Dr. Müller
2008
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| Ausgabe: | Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, 2008. - 311 S. |
| Seiten: | 311 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |