Das System des Leistungssports in der DDR. Struktur und Aufbau

Der Leistungssport in der DDR war ein Teilbereich der DDR-Gesellschaft, das sich durch seinen komplexen Aufbau und eine flexible Anpassung an auftretende Problemstellungen über Jahrzehnte eine erstaunliche Leistungsstärke auf internationalem Niveau erhielt. Das System der und Auswahl von Talenten und ihrer sportlichen Förderung gehörten zu den entscheidenden Kriterien für die Entwicklung und den Erhalt der sportlichen Leistungsfähigkeit des DDR-Sports. Im System der einheitlichen und Auswahl (ESA), der Spartakiadebewegung, an den Kinder- und Jugendsportschulen (KJS) und in den Förderstufen wurde eine relativ hohe Anzahl von Fachleuten beschäftigt, damit die angestrebten Effekte auch tatsächlich erzielt werden konnten. Dazu wurden Formen der qualitativ hochwertigen Aus- und Weiterbildung von Trainern und Übungsleitern schon auf den unteren Stufen des Fördersystems entwickelt, sowie die Interaktion und der Informationsaustausch zwischen den Trainern der unterschiedlichen Alters- bzw. Förderstufen als ein wesentlicher Faktor zur Steigerung der Effektivität der sportlichen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen betrachtet. Die effektive Planung und Realisierung des Trainings basierte auf Trainingskonzeptionen und Rahmentrainingsplänen schon im unteren Nachwuchsbereich. Unterstützt wurde der Leistungssport durch die Praxisbezogenheit von Sportwissenschaft und Sportmedizin, zu der auch die Anwendung unterstützender Mittel (dem verschleiernden DDR-Begriff für Doping) gerechnet werden muss, wie auch durch die Entwicklung und Produktion hochwertiger Sportgeräte. Die sportmedizinische Betreuung oder den Gesamterfolg von DDR-Athleten ausschließlich auf die Verabreichung von Dopingmitteln zu reduzieren, ist durch die eingehende Beschäftigung mit der Materie nach Ansicht des Verfassers eine nicht vertretbare Auffassung. Die verschiedenen, in dieser Arbeit geschilderten, Maßnahmen brachten das System des DDR-Leistungssports hervor bzw. repräsentierten dieses. Sie wirkten in ihrer Gesamtheit und wären nicht auf ein anderes Gesellschaftssystem übertragbar gewesen. Ein entscheidender Grund dafür war, dass unter dem Zwang der staatlich-sportpolitischen Prämisse der Leistungssportförderung das Konkurrenzdenken im Bereich der sportlichen Höchstleistungen auf lokaler oder regionaler Ebene zu Gunsten des nationalen Erfolges erheblich reduziert wurde. Es fand Kooperation in fast allen Bereichen statt, die für den Leistungssport zuständig waren.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Theorie und gesellschaftliche Grundlagen Sportgeschichte und Sportpolitik Ausbildung und Forschung Nachwuchssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Marburg Tectum 2006
Ausgabe:Marburg: Tectum, 2006. - 228 S.
Schriftenreihe:Diplomica, 28
Seiten:228
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch