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Drahtlose Sensornetzwerke im Sport

Drahtlose Sensornetzwerke bestehen aus räumlich verteilten autonomen Sensorknoten, die kooperativ unterschiedliche Messwerte an Personen (z. B. physiologische Parameterwerte) oder aus der Umgebung (z. B. Raumtemperatur) erfassen, (vor-) verarbeiten und mit anderen Sensorknoten austauschen. Jeder Knoten in einem Sensornetzwerk ist typischerweise mit einem oder mehreren Sensoren, einem Microcontroller, einer Kommunikationseinheit zum drahtlosen Datenaustausch und einer Energieversorgung ausgestattet. Durch die Möglichkeit der Miniaturisierung von Sensorknoten eignen sich Sensornetzwerke hervorragend für die rückwirkungsfreie Erfassung von (biophysikalischen, physiologischen, etc.) Parameterwerten während sportlicher Aktivitäten. Für den Leistungssport werden Systeme, die solche Parameterwerte - insbesondere unter ökologisch validen Bedingungen - während des Trainings erfassen, entwickelt und beispielsweise im Feedbacktraining eingesetzt (z. B. Baca & Kornfeind, 2007, 2009). Dabei ist eine Tendenz in Richtung von Systemen, die automatisiert individuelle Empfehlungen geben können, erkennbar. Für den Breitensport sind Systeme interessant, die entweder Rückschlüsse über die aktuelle Belastung (vgl. Eskofier et al., 2008) bzw. Bewegungsausführung zulassen, oder sogar in der Lage sind, die Eigenschaften des Sportgeräts (z. B. des Sportschuhs) in Abhängigkeit erfasster Parameterwerte (z. B. von Kraft- oder Druckwerten) während der sportlichen Aktivität intelligent zu verändern (vgl. Eskofier, Oleson, Dibenedetto & Hornegger, 2009). Auch wird angestrebt, mobile Methoden technisch so zu realisieren und anzuwenden, dass NutzerInnen zur Bewegungsaktivität angeregt sowie gleichzeitig betreut und beraten werden können (vgl. Stevens, Wulf, Rohde & Zimmermann, 2006). Darüber hinaus werden drahtlose Sensornetzwerke auch im präventiven und rehabilitativen Sport eingesetzt. Im Arbeitskreis "Drahtlose Sensornetzwerke im Sport" werden nach einer Einführung zum Thema, in der grundlegende technologische Aspekte und Einsatzbereiche referiert werden, zwei Anwendungsszenarien vorgestellt. Darüber hinaus werden am Beispiel der Sportart Snowboard Einsatzmöglichkeiten von Sensorsystemen unter komplexen realen Umgebungsbedingungen gezeigt. Der "ETHOS wearable sport assistant" wird von Harms, Kusserow, Strohrmann und Tröster, ETH Zürich, präsentiert. Böckskör, Universität Wien, stellt "WiBiFe - Ein drahtloses Feedbacksystem zur Optimierung der Schussleistung im Biathlon" vor. Im Fokus des Beitrags von Krüger, McAlpine, The University of Auckland und Edelmann-Nusser, Universität Magdeburg, steht die "Validierung eines Fußdruckmesssystems in einer realen Snowboardumgebung". Zuletzt referieren Holleczek, Rüegg, Harms und Tröster, ETH Zürich, über "Pressure Measurements with Sensor-Equipped Snowboard Bindings". Durch die vorgestellten exemplarischen Anwendungen soll ein Eindruck über das hohe Potential innovativer Sensortechnologie und drahtloser Sensornetzwerke für Einsatzszenarien in Sportwissenschaft und Sportpraxis vermittelt werden.
© Copyright 2011 Sportinformatik trifft Sporttechnologie. 8. Symposium der dvs-Sektion Sportinformatik in Kooperation mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Sporttechnologie vom 15.-17. September in Darmstadt. Veröffentlicht von Feldhaus, Ed. Czwalina. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik
Tagging:Sensornetzwerk
Veröffentlicht in:Sportinformatik trifft Sporttechnologie. 8. Symposium der dvs-Sektion Sportinformatik in Kooperation mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Sporttechnologie vom 15.-17. September in Darmstadt
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Feldhaus, Ed. Czwalina 2011
Seiten:201-205
Dokumentenarten:Artikel
Level:niedrig