Begutachtung und Nutzung eines Trainingsgerätes unter biomechanischen und trainingswissenschaftlichen Aspekten
Bei dem in dieser Arbeit vorliegenden Untersuchungsgegenstand handelt es sich um ein Multifunktionsgerät, das ein Training der Kraftfähigkeiten aller Muskelgruppen ermöglichen soll. Folgende Arbeit überprüft, ob dieses Gerät diese Anforderungen tatsächlich erfüllt. Zudem wird aufgezeigt, wie mit dem Gerät zu trainieren ist, um einen optimalen Trainingserfolg zu gewährleisten. Die Entwicklung von einem Prototypen, dem `Dyn-Gym`, zu einem verkaufsfertigen Produkt, dem `Body-Spider`, wird somit wissenschaftlich begleitet.
Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Art Auftragsforschung. Der Hersteller des Gerätes, die Firma Germania, ist an das Institut für Sport und Sportwissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel herangetreten, um die Neuentwicklung eines Trainingsgerätes wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Sie hat dem Sportinstitut zunächst den Prototypen `DynGym` zwecks Begutachtung zur Verfügung gestellt.
Da die Sportwissenschaft ein generelles Interesse an gesundheitsfördernden Trainingsmitteln hat, ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Sport und Sportwissenschaften der Universität Kiel und der Herstellerfirma Germania entstanden. Das Gerät soll getestet werden, um herauszufinden, ob es ein effektives Training ermöglicht. Zudem soll herausgearbeitet werden, wie mit diesem Gerät trainiert werden kann. Des Weiteren wird überprüft, wie potentielle Kunden das Gerät annehmen.
Auftragsforschung bringt normalerweise das Problem der Objektivität mit sich, da eventuelle finanzielle Zuwendungen die Beurteilung des Untersuchungsgegenstandes beeinflussen könnten. Im Fall dieser Arbeit besteht das Problem der Unabhängigkeit nicht, da keine Vorteile finanzieller oder anderer Art den Versuchsleiter seiner Objektivität berauben.
Die Entwicklung neuer Trainingsgeräte erfolgt in der Praxis oftmals unsystematisch. Bei Trendsportarten werden Innovationen eher zufällig entwickelt, in der traditionellen Sportgeräte-Entwicklung häufig nach der Versuch-Irrtum-Methode. So wird das Sportgerät zunächst einmal hergestellt und abgewartet, wie es sich in der Praxis bewährt und ob es von den anvisierten Kunden angenommen wird. Ursache für dieses unsystematische Vorgehen ist, dass eine systematische Entwicklung neuer Sportgeräte Kenntnisse der Biomechanik und der Trainingslehre sowie der Gerätetechnologie voraussetzt. Diese Leistung kann nur schwer von ein und derselben Person erbracht werden. Senner (2001) plädiert deshalb für eine Kombination aus klassischen Ingenieurwissenschaften und biomechanischen Methoden. Eine derartige Vorgehensweise ist auf der einen Seite sehr effektiv, auf der anderen Seite allerdings auch sehr kostenintensiv.
Einen ähnlichen Lösungsvorschlag für die Sportgeräte-Entwicklung bietet Moritz (2001) an: Er hält es für sinnvoll, dass die Konstruktionsmethodik, deren Anwendung sonst eher von der Entwicklung von Kraftfahrzeugen bekannt ist, ebenfalls für die Entwicklung von Sportgeräten zu nutzen. Denn die Konstruktionsmethodik geht sehr systematisch an eine bestimmte Problemstellung heran und kann somit auch für die Entwicklung von Sportgeräten nützlich sein. Auch hier hängt der Erfolg stark von der interdisziplinären Zusammenarbeit von Ingenieuren, Sportwissenschaftlern und Biomechanikern ab, die möglichst schon bei der Planung des Sportgerätes einsetzen sollte.
In der vorliegenden Untersuchung ist diese Zusammenarbeit erst nach Fertigstellung des Prototyps zustande gekommen. Zielsetzung dieser Abhandlung ist es deshalb, den Prototypen `DynGym` darauf zu überprüfen, ob er den Ansprüchen eines modernen Trainingsgeräts genügt, und eventuell für das Endprodukt `Body-Spider` Verbesserungen zur Effektivitätssteigerung vorzuschlagen. Ferner soll die Nutzung und die Anwendung dieses Geräts nach dem derzeitigen trainingswissenschaftlichen Kenntnisstand anhand von Trainingsbeispielen mit verschiedener Zielsetzung dargestellt werden.
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Naturwissenschaften und Technik Sportstätten und Sportgeräte |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Kiel
Christian-Albrechts-Universität
2002
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| Online-Zugang: | https://macau.uni-kiel.de/receive/diss_mods_00000846?lang=de |
| Seiten: | 251 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |