Ein Verfahren zur Quantifizierung von Variabilität bei kleinmotorischen Zielbewegungen mithilfe hochaufgelöster kinematischer Kennlinien und zeitabhängiger elektromyografischer Kenngrößen

Problemstellung Auf der Grundlage des Verständnisses des Begriffes der Bewegungskoordination erscheint es notwendig, Kriterien zu suchen, mit denen es möglich ist, die Variabilität der Bewegung unter Berücksichtigung eines Bewegungszieles einzuschätzen. In bezug auf zyklische Bewegungen wird davon ausgegangen, daß eine effektive Koordination durch eine geringe Anzahl von Geschwindigkeitsschwankungen gekennzeichnet ist. Um nicht nur den mechanischen Teil der Bewegungskoordination zu erfassen, sondern auch Aussagen über die muskuläre Koordination treffen zu können, kommt u.a. die Methode der dynamischen Spektralanalyse (SCHACK u.a., 1995a; 1995b) zum Einsatz. Aus dem Anspruch, kleine koordinative Variabilitäten in der Bewegungsausführung zu erkennen, um die Qualität einer Bewegung einschätzen zu können, ergibt sich die Problemstellung nach dem Zusammenhang zwischen äußeren biomechanischen Kennlinien und den zeitabhängigen elektromyografischen Größen. Methodische Lösung Am Beispiel zielgerichteter zweigelenkiger Armbewegungen wurde die Aufgabe vorgeben, unter Zugrundelegung einer jeweiligen Taktfrequenz mit der Fingerspitze ein Target zu berühren. Die Erfassung der Außensicht der Bewegung erfolgte mit Hilfe der High-Speed-Videoaufnahme mit 500 Bilder/s. Die auf der Basis dieser hohen Auflösung durchgeführte zweidimensionale Kinemetrie ermöglichte die Erfassung äußerer Bewegungsmerkmale, mit denen es möglich wurde, Schwankungen im Geschwindigkeits-Zeit-Verlauf einzelner Kenngrößen, sowohl des Gesamtsystems, als auch in bezug auf die Subsysteme (MAHRHOLZ, WITTE, BLASER, 1997), nachzuweisen. Die an der Bewegung im Ellenbogengelenk und im Handgelenk beteiligten, zugänglichen Muskeln wurden oberflächen-elektromyografisch abgeleitet. Mit Hilfe der Methodik der dynamischen Spektralanalyse konnten daraus adaptive Leistungsschätzungen der elektromyografischen Signale berechnet werden. In den Leistungs-Zeit-Verläufen zeigte sich ebenfalls eine unterschiedliche Anzahl von Extremwerten, die mit Hilfe der ersten Ableitungen quantifizierbar wird.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1998
Online-Zugang:https://www.bisp-surf.de/Record/PU200708002367
Dokumentenarten:Kongressband, Tagungsbericht
Level:mittel