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Auf der Höhe von Salt Lake City 2002; Schweizer Athleten/innen gehen neue Wege

Mediencommuniqué des Schweizerischen Olympischen Verbandes SOV vom 6.1.2000 In den Höhen von Salt Lake City sollen die Schweizer Athletinnen und Athleten an den Olympischen Winterspielen im Jahr 2002 auf der Höhe sein. Um das in der Schweiz vorhandene universitäre Potential für den Schweizerischen Spitzensport besser nützen zu können, hat die Abteilung Langlauf des Schweizerischen Skiverbandes SSV (Matthias Remund und Beat Villiger) bereits 1998 Dr. Michael Vogt der Universität Bern beauftragt, eine entsprechende Pilotstudie auszuarbeiten. Dieses Arbeitspapier hatte die Aufmerksamkeit des Schweizerischen Olympischen Verbandes SOV geweckt. Am 18. Juni 1999 hat der SOV deshalb Professor Hans Hoppeler vom Anatomischen Institut der Uni Bern einen Leistungsauftrag "Auf der Höhe von Salt Lake City 2002" erteilt. Am Donnerstag stellte nun der SOV in Bern das detai-lierte Projekt und das Trainingsgerät der Öffentlichkeit vor. "Wer heute an der Weltspitze mitmischen will, muss alles Realistische im Bereich des Erlaubten dafür tun", begrüsste René Burk-halter, SOV-Präsident, die Initiative des Komitees Spitzensport SOV. "Ich bin überzeugt, dass solche Höhentrainings schon bald in den meisten Nationen mit Ambitionen zur Standardvorbereitung gehören werden." Mit dieser in der Schweiz entwickelten Trai-ningsmethode und dem Trainingsgerät AltiTrainer 200 ist die Schweiz den anderen Nationen um eine Nasenlänge voraus. Aufgrund der Vorstudien und bisherigen Versuchsphasen sei bereits soviel Knowhow vorhanden, dass dieser Vorteil von anderen bis Salt Lake City nicht aufholbar ist, versicherte Hans Hoppeler. Skisportler sollen profitieren Mit dem Projekt sollen wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Ge-biet spezieller Höhentrainingsformen in die Trainingspraxis verschiedener Sportarten umgesetzt werden. Partner des SOV ist der Skiverband SSV, dessen Athleten/innen vom Projekt primär profitieren sollen. Diese sind es vor allem, die im Jahr 2002 ihre Wettkämpfe in den hochgelegenen Regionen von Park City (Ski alpin technisch), Snow Bassin (Ski alpin Abfahrt, Super-G, Kombi-Sla-lom) und Soldier Hollow (Ski nordisch) austragen werden. Der Auftrag erstreckt sich bis maximal den 31. März 2002. Eine Steuergruppe unter der Leitung von SSV-Verbandsarzt Beat Villiger begleitet das Projekt. Hansjörg Wirz, Chef de Mission, vertritt den SOV in dieser Gruppe. 1999 trug der SOV 50'000 Franken bei. Auch dieses Jahr ist die Finanzierung des Projekts sichergestellt. Der SSV übernimmt einen Untersuchungskostenanteil von jährlich 40'000 Franken sowie die Spesen des Projektleiters. Zudem kam der Skiverband für die Anschaffung von drei Trainingsgeräten Alti Training 200 auf. Das Projekt: Die Höhe wird simuliert Es gilt als gesichert, dass die beste Vorbereitung auf einen Wettkampf in der Höhe, ein Trainingsaufenthalt in der Höhe ist. Allerdings lassen sich aus logistischen Gründen und auch wegen dem Wettkampfkalender häufig keine optimalen Höhentrainingslager planen und durchführen. Man ist deswegen in den letzten Jahren zunehmend dazu übergegangen die Höhe (Hypoxie) zu simulieren. In Höhenhäusern kann ein mehrstündiger Aufenthalt in einer sauerstoffarmen Athmosphäre zu einem Anstieg des Erythropoietins (EPO) und damit der Konzentration der roten Blutkörperchen füh-ren. Das hat einen positiven Einfluss auf die aerobe Leistungsfähigkeit. Eine zusätzliche Möglichkeit besteht darin nur Trainingseinheiten in Hypoxie durchzuführen. Dabei wird die Muskulatur auf eine spezifische Art gereizt. Im Hypoxietraining werden muskuläre Anpassungen ausgelöst, die bei gleichintensivem Training in Nomoxie nicht gefunden werden. So wird neben anderen Effekten der Sauerstofftransport in die Muskulatur durch eine Vermehrung der Blutgefässe und einen Anstieg des Myoglobins (verantwortlich für den Transport und die Speicherung des Sauerstoffs in der Muskelzelle) verbessert. Dies führt zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit in der Höhe. Auch können intensive Belastungen unter Höhenbedingun-gen nach einem Hypoxietraining besser ertragen werden. Für die Langläufer führt dies zu einer besseren Leistungsfähigkeit bei intensiven Belastungen (Sprints, Anstiege) und eine bessere Toleranz der Höhe. Bei den Alpinen wird vor allem eine Verbesserung des Stehvermögens am Ende des Wettkampfes durch bessere Sauerstoffspeicherung der Muskulatur erwartet. Intensivtraining bei Atmungsbedingungen von Höhenlagen Mit dem AltiTrainer 200® ist es möglich, im Flachland unter Normal-Druck die Atmungsbedingungen von Höhenlagen bis zu 3500 m zu simulieren. Der AltiTrainer 200® ermöglicht hochintensives Training in Hypoxie, es sind Ventilationsleistungen bis zu 200 Litern pro Mi-nute möglich. Die Benützer können mittels Drehknopf die Zusammensetzung der Einatmungsluft und damit die Trainingshöhe jeder-zeit verändern. Je nach Bedarf kann in wenigen Sekunden ein Auf- bzw. Abstieg von mehreren hundert Metern simuliert werden. Ein in der Elektronik integrierter Microprozessor überwacht alle Analyse- und K ontrollfunktionen des Systems und sorgt so für Sicherheit beim Training in Hypoxie. Hypoxietraining mit dem AltiTrainer 200® eignet sich für alle Sport-arten mit Training auf stationären Geräten, sei es auf dem auf-band, dem Fahrradergometer oder auf dem Ruderergometer. Der AltiTrainer 200® ist eine neue und andere Variante, um im Training Reize zu setzen, welche die Leistungsfähigkeit im Training und Wettkampf positiv beeinflussen können. Das Hypoxie-Trainingsge-rät AltiTrainer 200® wird in Labors, Trainings- und Fitnesszentren und von der Schweizerischen Skinationalmannschaft erfolgreich eingesetzt.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Sportstätten und Sportgeräte aktuelle Informationen
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2000
Online-Zugang:http://www.swiss-sport.ch/sov/d/news/mitteilungen/06012000.htm
Dokumentenarten:aktuelle Informationen
Level:mittel