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Technische Hilfsmittel im Sport. Ein Spannungsfeld zwischen Training und Wettkampf

Im modernen Spitzensport sind technische Hilfsmittel in vielen Sportarten allgegenwärtig: im Training, in der Leistungsdiagnostik oder/und im Wettkampf haben sie sich zu einem äußerst wertvollen Werkzeug entwickelt, um Schieds- und Kampfrichtern, Trainern und Sportlern, Journalisten und Zuschauern wertvolle Zusatzinformationen zu liefern. Sie werden im psychologischen Training genauso eingesetzt wie im Techniktraining, liefern entscheidende Informationen in der Trainings- und Wettkampfanalyse und in der Trainingssteuerung. Aber sie sollen nicht nur reflektieren, sie besitzen auch ein großes Potenzial zur Unterstützung der Leistungsentwicklung, in dem sie Lern- und Optimierungsprozesse unterstützen. Ein vergleichbar großes Potenzial besitzen sie ebenfalls mit Blick auf die Entwicklung und den Einsatz neuer Sport- und Trainingsgeräte in vielen Sportarten - beginnend mit denen, in denen das Sportgerät von grundlegender Bedeutung ist wie im alpinen Skisport, im Radsport oder Kanuslalom. Die Entwicklung des modernen Leistungssports der letzten 20-30 Jahre ist aber auch durch atemberaubende Entwicklungen der sportlichen Technik, der Bewegungsausführung und der Bewegungsschnelligkeit geprägt, die mittels technischer Hilfsmittel (überhaupt oder schneller) erlernt werden oder mit denen notwendige Umlernprozesse initiiert und geführt werden können. In der jüngsten Vergangenheit sind aus einzelnen technischen Hilfsmitteln inzwischen komplexe Messplätze (mit dem dazu gehörigen Messplatztraining) und sportartspezifische Mess- und Informationssysteme entstanden, die erfolgreich im Hochleistungssport zur Anwendung kommen. Die Dimension dieses Einzugs technischer Hilfsmittel in das sportliche Training und den sportlichen Wettkampf, ihr Einfluss eine erfolgreiche Leistungsentwicklung und auf sportliche Ergebnisse haben den Autor veranlasst zu untersuchen, welche technischen Hilfsmittel tatsächlich in der Praxis eingesetzt werden. Eng verbunden damit war die Untersuchung von Fragen zum Motiv und zur Akzeptanz dieser Hilfsmittel bei Sportlern und Trainern und der Trainingsschwerpunkte, für die sie erfolgreich genutzt werden. Begleitende Untersuchungen thematisierten mögliche Unterschiede ihrer Nutzung in Abhängigkeit vom fachlichen Ausbildungsstand der Trainer und vom sportlichen Leistungsniveau der Sportlerinnen und Sportler, die technische Hilfsmittel einsetzen oder auch nicht. Die fachlich-theoretische Basis der Untersuchungen bildete ein Rahmenmodell der Rolle technischer Hilfsmittel in Training und Wettkampf, das der Autor durch umfassende Literaturstudien entwickelte und in dem die Qualität des Wechselspiels zwischen Akteuren, Anforderungen und technischen Hilfsmitteln im Untersuchungsfeld abgebildet wird. Mittels qualitativer Interviews mit Trainern und Sportlern (in verschiedenen Sportarten bzw. Disziplinen), einer sich anschließenden Befragung in sechs Sportarten mit 375 Trainern und Sportlern mittels Fragebogen und einem abschließenden Feldexperiment in der Sportart Tennis wurde der Einfluss technischer Hilfsmittel auf leistungssportliche Trainings- und Entwicklungsprozesse differenziert analysiert. Die Untersuchungsergebnisse wurden in zehn Kernaussagen zusammengefasst, die von der Einstellung zur Nutzung technischer Hilfsmittel, den Nutzungsanteil im Jahrestrainingsverlauf und den Unterschieden zwischen einem Einsatz im Training und Wettkampf sowie von Sportlern unterschiedlichen Leistungsniveaus bis hin zum Einfluss der Qualität der fachlichen Ausbildung der Trainer, sportartspezifischen und geschlechtsspezifischen Unterschieden im Einsatz solcher Hilfsmittel sowie zum kohärenten Einsatz von ihnen mit Blick auf Trainer und Sportler reichen. Abschließend bietet Markus Stroß Ideen und Anregungen, wie zukünftige, weitergehende Untersuchungen inhaltlich ausgestaltet werden sollten, um technische Hilfsmittel (noch) erfolgreicher einzusetzen und bereits bei der Auswahl geeigneter Hilfsmittel sich für die jeweils geeignetste Option zu entscheiden. Außerdem entwickelt er Ideen dafür, wie die Kompetenz von Sportlern und Trainern zukünftig noch besser entwickelt werden kann, um die Erfolgswahrscheinlichkeit mit Blick auf die Leistungsentwicklung des Einsatzes technischer Hilfsmittel weiter zu erhöhen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Naturwissenschaften und Technik
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Verlag Dr. Kovac 2015
Schriftenreihe:Schriften zur Bewegungswissenschaft, 7
Seiten:403
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch