Einführung in die Test- und Fragebogenkonstruktion
Dieses Buch richtet sich in erster Linie an Studierende von Fachrichtungen mit Psychologiebezug, aber auch an deren Lehrkräfte und Forscher an universitären und weiteren Einrichtungen, die sich mit sehr unterschiedlichen psychologischen Themen von psychischen oder somatischen Störungen, dem Thema Belastung und Schmerz sowie Therapieverlaufs- und Erfolgskontrolle über psychologische Beratungsaufgaben, psychologische Auswahl- und Eignungsverfahren, Lern- und Leistungsprozessen bis hin zu Hochbegabungen oder mit Motivationsfragen befassen. Sie alle haben immer wieder mit Fragen zu tun, die in einem sehr engen Zusammenhang mit der Konstruktion von Tests oder dem Einsatz von Fragebogen stehen. Dabei gilt es, theoretische Grundlagen der Testkonstruktion mit den praktischen Zielen der Untersuchung zu verbinden. Gleichzeitig stellt sich auch die Aufgabe, vorhandene Standardsoftware wie SPSS, AMOS und Winmira in deren Leistungsumfang effektiv einzusetzen.
Die Gliederung in die Themen
- testtheoretische Grundlagen
- Erstellung eines Testentwurfs,
- Reliabilität,
- empirische Überprüfung des Testentwurfs und Normierung;
- exploratorische Faktorenanalyse,
- konformatorische Faktorenanalyse und
- probalistische Testtheorie
bilden diesen Denk- und Schreibansatz auch entsprechend ab. Durch vielfältige Praxistipps, die typische Fragen und Probleme aufgreifen und "lösen", die bei der Konstruktion, dem Einsatz und der Interpretation von Tests auftreten können (und das auch tun), wird ein weiteres Hilfsmittel am Weg zum Erfolg postiert. Weitere hilfreiche Tools dieser Art sind Zusammenfassungen am Ende der Kapitel sowie Checklisten für die Strukturierung und Entscheidungsfindung, die primär in anwendungsorientierte Ausführung integriert wurden.
Gerade auf die enge Verbindung von theoretischen und praktischen Grundlagen im engen Bezug zum Einsatzfall hat der Autor auch in dieser 3. Auflage sehr viel Wert gelegt. Er verweist aber auch darauf, dass dieses Buch kein schnelles "1x1 der Testkonstruktion" sein soll und kann. Wer dieses Buch in die Hand nimmt, und sich damit der wissenschaftlich anspruchsvollen Aufgabe der Testkonstruktion bis hin zur Auswertung und Normierung zuwendet, der sollte über entsprechendes Grundlagenwissen verfügen (auf das zum Beginn eines jeden Kapitels hingewiesen wird). Der sehr ausführliche Literaturverweisteil am Ende dieses Buchs leistet dabei dem interessierten Leser sehr gute Dienste.
Insgesamt ist diese "Einführung in die Test- und Fragebogenkonstruktion" aber bewusst sehr praxisnah abgefasst, was sich in der sehr klaren und nachvollziehbaren Beschreibung der verschiedenen Schritte, die innerhalb der Gesamtkonstruktion von Tests bzw. Fragebogen zu beachten sind, zeigt. Damit wird das Buch zum praktischen Ratgeber für die Testnutzung, damit verbundenen Faktorenanalysen, Strukturgleichungsmodellen oder Rasch-Analysen und für eine korrekte Interpretation der Ergebnisausgaben. Exkurse in praktische Einsatzfälle erleichtern den Einstieg in die verschiedenen Teilbereiche der Testkonstruktion sowie das Verständnis der Spezifik von vorgestellten Methoden.
Inhalte
Kapitel 1 Einführung
1.1 Ziel des Buches
1.2 Testanwendungsbereiche
1.3 Arten von Tests
1.3.1 Raven Progressive Matrices
1.3.2 NEO-FFI und NEO-PI-R
1.3.3 Thematischer Apperzeptionstest (TAT)
1.4 Diagnosemöglichkeiten mit Tests
Kapitel 2 Testtheoretische Grundlagen
2.1 Gegenstand einer Testtheorie
2.2 Klassische Testtheorie
2.2.1 Grundannahmen der Klassischen Testtheorie
2.2.2 Kritische Anmerkungen zur Klassischen Testtheorie
2.3 Kurzer Ausblick auf die Probabilistische Testtheorie
2.4 Haupt- und Nebengütekriterien
2.4.1 Hauptgütekriterien
2.4.2 Nebengütekriterien
2.4.3 Kurzchecklisten zur Testbeurteilung
2.4.4 Kurzcheckliste zur Testbewertung
Kapitel 3 Erstellung eines Testentwurfs
3.1 Festlegung der Art der Indikatoren
3.2 Festlegen der Zielgruppe
3.3 Testziel und Entscheidung für eine Konstruktionsstrategie
3.3.1 Rationale Testkonstruktion
3.3.2 Externale Testkonstruktion
3.3.3 Induktive Testkonstruktion
3.3.4 Prototypenansatz
3.3.5 Vergleich der Methoden
3.4 Generieren von Indikatoren und Eingrenzen des Konstrukts
3.4.1 Erfahrungsgeleitet-intuitiver Ansatz
3.4.2 Sammlung und Analyse von Definitionen/Literaturrecherche
3.4.3 Analytisch-empirischer Ansatz
3.4.4 Personenbezogen-empirische Methode
3.5 Erstellen einer Definition des Messgegenstandes
3.6 Wahl des Itemformats
3.6.1 Gebundene Aufgabenbeantwortung
3.6.2 Allgemeine Probleme gebundener Itemformate
3.6.3 Die freie Aufgabenbeantwortung
3.6.4 Atypische Aufgabenbeantwortung
3.7 Richtlinien zur Itemformulierung
Kapitel 4 Reliabilität
4.1 Wie ist die Reliabilität eines Tests definiert?
4.2 Voraussetzungen für die Reliabilitätsschätzung
4.2.1 Modell paralleler und im Wesentlichen paralleler Messungen
4.2.2 Modell Tau-äquivalenter und im Wesentlichen Tau-äquivalenter Messungen
4.2.3 Modell Tau-kongenerischer Messungen
4.3 Methoden der Reliabilitätsschätzung
4.3.1 Konsistenzmethode
4.3.2 Paralleltestmethode
4.3.3 Retestmethode
4.4 Formeln zur Schätzung der Reliabilität
4.4.1 Reliabilitätsschätzung durch Testhalbierungskoeffizienten
4.4.2 Reliabilitätsschätzung durch Konsistenzkoeffizienten
4.5 Trennschärfen
4.5.1 Berechnung von Eigentrennschärfen
4.5.2 Fremdtrennschärfen
4.6 Faktoren, die die Reliabilität beeinflussen
4.6.1 Homogenität
4.6.2 Verteilungsmerkmale der Testkennwerte
4.6.3 Verschiedene Arten von Messfehlern
4.7 Möglichkeiten der Reliabilitätsverbesserung
4.8 Reliabilitätsschätzungen als Ausgangspunkt der psychometrischen Einzelfalldiagnostik
4.8.1 Vertrauensintervalle um den beobachteten Wert einer individuellen Testleistung
4.8.2 Bedeutsamkeit von Untertestdifferenzen
4.8.3 Eine messfehler- und valenzkritische Analyse von Testwertdifferenzen
4.8.4 Unterscheiden sich die Leistungen einer Person bei einer wiederholten Messung?
4.8.5 Unterscheiden sich zwei Probanden in ihrer Leistung?
4.8.6 Richtlinien zur Interpretation von diskrepanten Testbefunden
4.9 Minderungskorrekturen
Kapitel 5 Empirische Überprüfung des Testentwurfs und Normierung
5.1 Itemcodierung und Schwierigkeitsanalyse mit SPSS
5.1.1 Durchführung einer Schwierigkeitsanalyse mit SPSS
5.1.2 Ergebnisse einer Schwierigkeitsanalyse mit SPSS
5.2 Reliabilitätsanalyse mit SPSS
5.2.1 Beispiel einer Item- und Reliabilitätsanalyse mit SPSS
5.2.2 Itemanalyse mit allen Items der Skala Extraversion
5.2.3 Itemanalyse der Skala Extraversion unter Ausschluss von Items mit geringer inhaltlicher Passung
5.2.4 Bewertung der inhaltlichen Passung der Items
5.3 Zusammenhang zwischen Schwierigkeit, Standardabweichung, Trennschärfe und Reliabilität
5.4 Norm- und kriteriumsorientierte Testauswertung mit SPSS
5.4.1 Normorientierte Testauswertung
5.4.2 Kriteriumsorientierte Testauswertung
Kapitel 6 Exploratorische Faktorenanalyse
6.1 Grundgedanke der Faktorenanalyse
6.1.1 Definitionsgleichung
6.1.2 Strukturgleichungen
6.2 Methoden der Faktorenanalyse
6.2.1 Kommunalitätenproblem
6.2.2 Methode der Hauptachsenanalyse (PAF)
6.2.3 Maximum-Likelihood-Faktorenanalyse (ML)
6.2.4 Vergleich der faktorenanalytischen Methoden mit der Hauptkomponentenmethode
6.3 Extraktionskriterien für Faktoren
6.3.1 Explizite Theorie zur Faktorenextraktion
6.3.2 Eigenwertkriterium größer eins
6.3.3 Scree-Test nach Cattell
6.3.4 Parallelanalyse nach Horn
6.3.5 Minimum-Average-Partial-Test (MAP-Test)
6.3.6 Modelltest der ML-Faktorenanalyse
6.3.7 Reduktion der Itemspezifität
6.4 Rotation
6.4.1 Geometrische Darstellung der Faktorenanalyse
6.4.2 Orthogonale Rotation
6.4.3 Oblique Rotation
6.5 Faktorwerte
6.6 Voraussetzungen für die Berechnung einer Faktorenanalyse
6.7 Kriterien zur Bewertung der Durchführbarkeit einer Faktorenanalyse
6.8 Faktorenanalyse mit SPSS
6.9 Beispiel einer Faktorenanalyse mit SPSS
Kapitel 7 Konfirmatorische Faktorenanalyse
7.1 Modell der konfirmatorischen Faktorenanalyse
7.2 Definitionsgleichungen
7.2.1 Messmodell
7.2.2 Strukturmodell
7.3 Strukturgleichungen
7.4 Identifikationsgleichungen
7.4.1 Fixierung der Ladungen einer Referenzvariablen bzw. der Fehlervariablen
7.4.2 Fixierung der Varianz der latenten Variablen
7.4.3 Parameterfixierung durch Modellannahmen
7.4.4 Prüfung der Identifizierbarkeit
7.5 Schätzmethoden
7.6 Modell-Fit
7.6.1 Wie erkenne ich, ob ein Modell passt?
7.6.2 Signifikanztests
7.6.3 Approximativer Modell-Fit: Fit-Indizes
7.6.4 Beurteilung von Modellen
7.6.5 Modifikation von Modellen
7.7 Voraussetzungen von konfirmatorischen Faktorenanalysen
7.8 Durchführung einer konfirmatorischen Faktorenanalyse mit AMOS
7.9 Beispiel einer konfirmatorischen Faktorenanalyse mit AMOS
7.9.1 Prüfung eines einfaktoriellen Modells
7.9.2 Prüfung eines zweifaktoriellen Modells
7.10 Multi-Trait-Multi-Method-Ansatz
7.11 Das Latent-State-Trait-Modell (LSTM)
7.11.1 Wodurch verändern sich Messwerte über die Zeit?
7.11.2 Annahmen
7.11.3 LSTM mit AMOS
Kapitel 8 Probabilistische Testtheorie
8.1 Messen
8.1.1 Unabhängige Messungen
8.1.2 Messinstrumente, die einem Messmodell genügen
8.2 Probabilistische Testmodelle
8.2.1 Probabilistische Testmodelle für dichotome Itemantworten
8.2.2 Probabilistische Testmodelle für ordinale Itemantworten
8.3 Modelltests
8.3.1 Likelihood-Quotienten-Tests
8.3.2 Andersen-Test
8.3.3 Nonparametrische Teststatistik TU
8.3.4 Likelihood-Quotienten-Test gegen ein saturiertes Modell
8.3.5 Pearsons-Test
8.3.6 Martin-Löf-Test
8.3.7 Grafischer Modelltest
8.3.8 Informationstheoretische Maße
8.3.9 Axiomatische Modellprüfungen
8.3.10 Q-Index
8.4 Adaptives Testen
8.4.1 Branched-Testing
8.4.2 Tailored-Testing
8.5 Einführung in WINMIRA
8.6 Anwendungsbeispiele des Rasch-Modells
8.6.1 Beispiel eines ordinalen Rasch-Modells mit WINMIRA
8.6.2 Erstes Beispiel eines ordinalen Mixed-Rasch-Modells mit WINMIRA
8.6.3 Zweites Beispiel eines ordinalen Mixed-Rasch-Modells mit WINMIRA
Kapitel 9 Probleme der Testkonstruktion
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Naturwissenschaften und Technik |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
München
Pearson Studium
2010
|
| Ausgabe: | München: Pearson Studium, 3., aktual. Aufl., 2011.- 640 S. |
| Seiten: | 640 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |