Einsatz von taktilem Biofeedback für die Technikschulung bei sehbehinderten Langläuferinnen und Langläufern
Die vorliegende Studie zeigt, dass i) die Position des KSP bei Abstoßen des gleitenden Beines bei sehenden Skilanglaufathleten bzw. -athletinnen weiter vor dem Körper liegt als bei sehbehinderten Skilanglaufathleten bzw. -athletinnen und ii) Druckmesssohlen und inertiale Messeinheiten zumindest in der vorliegenden Konfiguration diesen Unterschied nicht detektieren und daher für die Entwicklung eines portablen Biofeedbacksystems nicht geeignet sind. Der Verlauf des KSP-Verlaufs beim Skilanglauf scheint sich nur in bestimmten Phasen (Abstoßen des gleitenden Beines) des Gleitphasenzyklus zwischen sehenden und sehbehinderten Athleten bzw. Athletinnen in der Skating-Technik zu unterscheiden. Auffällig bei diesem Unterschied war, dass der KSP bei einigen sehbehinderten Athleten und Athletinnen am Ende der Gleitbewegung eine Art "Plateau" erreicht, während der KSP bei den sehenden Athleten und Athletinnen bis zum letzten Zeitpunkt der Abstoßbewegung weiter nach vorne wanderte. Sehbehinderte Athleten scheinen damit kein allgemeingültiges Defizit (keine Unterschiede im mittleren KSP Verlauf) aufzuweisen, sondern es scheint beim Abstoß des gleitenden Beines eine Art "Blockierung" vorzuliegen, den KSP weit nach vorne zu verlagern. Die Bedeutung dieses Unterschiedes für die Leistungsfähigkeit (potentielle Auswirkung auf Abdruckkraft, zu erbringende Muskelarbeit etc.) sollte in weiteren Studien untersucht werden (bspw. durch simultane Ableitungen der Muskelaktivität (Elektromyografie). Die vorliegenden Untersuchungen zeigen auch, dass die von uns verwendeten Druckmesssensoren unter dem Fuß sowie inertiale Mess-einheiten an Fuß und Hüfte nicht in der Lage waren, die durch das Vicon-System ermittelten Unterschiede zwischen den sehenden und sehbehinderten Athleten bzw. Athletinnen aufzuzeigen. Unsere Interpretation dieser Befunde ist, dass die subtilen Unterschiede in den kinematischen Merkmalen zwischen gesunden und sehbehinderten Athletinnen und Athleten nur durch ein präzises Messsystem wie Vicon erfasst werden können. Dies ist bedauerlich, da praktikable und einfach zu verwendende Sensorsysteme wie Druckmesssohlen oder Inertialsensoren für die Entwicklung eines Biofeedbacksystems notwendig sind. Valide Messeinheiten, die phasenspezifische Veränderungen im KSP-Verlauf detektieren können und für ein Echtzeit Feedbacksystem zu Verfügung stehen, sind Grundvoraussetzung für die weitere Entwicklung von portablen Biofeedbacksystemen im Skilanglauf.
© Copyright 2018 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2017/18. Veröffentlicht von Eigenverlag. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Ausdauersportarten Parasport |
| Veröffentlicht in: | BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2017/18 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Bonn
Eigenverlag
2018
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| Online-Zugang: | https://my.page2flip.de/15646901/16713668/16713670/html5.html#/230 |
| Seiten: | 229-235 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |